Am Internationalen Tag der Muttersprache sollte einmal mehr auf das österreichische Bildungssystem hingewiesen werden. Nach wie vor fehlt bilingualer Unterricht in der Grundschule. Auch die wissenschaftliche Forschung zu  „Deaf Studies“ ist nach wie vor schwach ausgeprägt.

Die UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderung sieht in Artikel 24 vor, dass ein gleichberechtigter Unterricht gegeben sein muss. Doch in Österreich gibt es immer noch Schulen für Gehörlose und Schwerhörige, in denen mehr Lautsprachenunterricht stattfindet als die Verwendung von Österreichischer Gebärdensprache und deutscher Lautsprache gemeinsam. Dass gehörlose und schwerhörige Schülerinnen und Schüler immer noch einen erschwerten Zugang zur Bildung haben, stellt für den Verein Österreichischer Gehörloser Studierender klar eine inakzeptable Situation dar. Daher fordern wir weiterhin das Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur sowie die zuständigen Ämter der Bundesländer in Österreich auf, bilingualen Unterricht stattfinden zu lassen und Sonderschulen abzuschaffen.

Dass Gehörlosigkeit und Schwerhörigkeit nach wie vor stark aus medizinischer Perspektive gesehen wird, und nicht aus Perspektive des Sozialen Modells, ist für den VÖGS eine bedauernswerte Situation. Dass es sogar Diskriminierungsfälle auch noch 2013 gibt, beispielsweise jüngst als sich ein Elternpaar weigerte ein CI für ihr Kind implantieren zu lassen und die medizinische Institution daraufhin mit dem Jugendamt drohte, weil für sie Gebärdensprache wertlos ist (siehe: http://www.oeglb.at/?id=LH2013-02-09-1315), macht es notwendig einmal mehr darauf hinzuweisen: Die Österreichische Gebärdensprache ist eine anerkannte, eigenständige Sprache (Bundesverfassungsgesetz Artikel 8) und für 10.000 Menschen in Österreich die Muttersprache.