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	<title>VÖGS - Verein österreichischer gehörloser Studierende &#187; 2009</title>
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		<title>Transkription der Podiumsdiskussion vom 27.11. ist da</title>
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		<pubDate>Wed, 23 Dec 2009 21:23:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Barbara Hager</dc:creator>
				<category><![CDATA[2009]]></category>
		<category><![CDATA[Berichte & Fotos]]></category>

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		<description><![CDATA[Diskussion, Barrierefreie Universitaet/Bildung mit Mag.a Helene Jarmer, Prof. Dr. Kurt Grünewald, Mag. Marlene Fuhrmann-Ehn, behinderte Studierende und VÖGS Zum Videostream Videostream [externer Link] Ein großes Dankeschön gilt an die AG Barrierefrei Studieren und AG Uni barrierefrei, denn sie haben die Transkription erstellt!! Begruessung zur Podiumsdiskussion Barrierefreies Studieren, organisiert durch Arash, von der AG Barrierefreies Studieren. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.voegs.at/voegs/wp-content/uploads/2009/12/IMG_8158.JPG" rel="lightbox"><img src="http://www.voegs.at/voegs/wp-content/uploads/2009/12/IMG_8158-120x90.jpg" alt="IMG_8158" title="IMG_8158" width="120" height="90" class="alignleft size-thumbnail wp-image-2120" /></a>Diskussion, Barrierefreie Universitaet/Bildung<br />
mit Mag.a Helene Jarmer, Prof. Dr. Kurt Grünewald, Mag. Marlene Fuhrmann-Ehn, behinderte Studierende und VÖGS</p>
<p>Zum Videostream <a href="http://www.ustream.tv/recorded/2654710">Videostream</a> [externer Link] </p>
<p>Ein großes Dankeschön gilt an die AG Barrierefrei Studieren und <a href="http://unsereuni.at/wiki/index.php/Barrierefreie_UNI_AG">AG Uni barrierefrei</a>, denn sie haben die Transkription erstellt!!</p>
<p>Begruessung zur Podiumsdiskussion Barrierefreies Studieren, organisiert durch Arash, von der AG Barrierefreies Studieren.</p>
<p>Vorstellung der <span id="more-2117"></span>Diskutanten</p>
<p>- Moderator<br />
Ich möchte euch alle recht herzlich Begrüßen. Wir veranstalten hier &#8211; das hat der Arash organisiert vom Verein &#8220;Barrierefrei Studieren&#8221; &#8211; zum Thema &#8220;Barrierefrei Studieren&#8221; natürlich und zu den Problemen, die behinderte Studierende auf den Unis immer wieder haben&#8230; und&#8230; dazu möchte ich kurz zu einer kurzen Vorstellungsrunde der Diskutanten bitten. Ich fange einmal an auf der Seite beim Doktor Kurt Grünewald.</p>
<p>- Kurt Gruenewald, Wissenschaftssprecher der Grünen<br />
Mein Name ist, wie ihr gehoert habt Kurt Gruenewald, ich war frueher<br />
oder bin noch an der Medizinuni Innsbruck, Professor fuer Blut- und Tumorerkrankungen, seit 10 Jahren bei den Gruenen Wissenschafts- und Gesundheitssprecher, ich moechte mich hier nicht in den Vordergrund draengen, sondern eure Probleme hoeren, sie mir notieren, sofern ich sie nicht schon kenne und vielleicht oder bestimmt erzaehlen mit welchen Schwierigkeiten wir auf den Unis gekaempft haben um mehr barrierefreiheit zu erreichen und wie ich die Chancen jetzt im Rahmen der grossen Protestbewegung der Studierenden sehe und wie man hier sozusagen in dieser etwas geoeffneten Tuere schauen koennte, sich<br />
moeglichst kraeftig zu platzieren.</p>
<p>- Moderator<br />
Die Nächste ist die Frau Helene Jarmer &#8211; Behindertensprecherin der Gruenen.</p>
<p>- Helene Jarmer, Behindertensprecherin der Gruenen<br />
Hallo, meinen Namen haben Sie schon gehoert, ich bin Helene Jarmer und in dem Zusammenhang habe ich natuerlich sehr viel auch Kontakt zu dem VÖGS und auch mit dem Flo. Die Themen sind mir<br />
bekannt und auch die Anliegen.<br />
Ich hab auch einige Punkte schon geschrieben bekommen, aber ich moechte persoenlich hoeren was hier berichtet wird, damit ich auch nichts uebersehe und auch alles beruecksichtigen kann<br />
was zu tun ist. Und ich habe auch mit meinen Kollegen schon gesprochen und auch mit verschiedenen Vertretern von anderen Parteien um einige Punkte reinzubringen. Und wir moechten mehr Informationen von Ihnen, von euch, was wir verbessern koennen und was in Zukunft passieren soll.<br />
Was ist der Ist-Stand, was ist der Letztstand, was ist schon passiert, welche Informationen sind bis jetzt schon bekannt gegeben?</p>
<p>- Moderator<br />
Die Nächste ist die Barbara, Studentin der Psychologie.</p>
<p>- Barbara, Studentin der Psychologie<br />
Ja, mein Gebaerdenname schaut so aus, Barbara, ich bin vom Verein<br />
Oesterreichischer Gehoerloser Studierende und ich vertrete die gehoerlose Studentenschaft, auch schwer hoerende Personen und Studierende, denn es gibt auch einige gehoerlose Studierende hier an der TU-Wien fuer die ich auch hier stellvertretend bin.</p>
<p>- Moderator<br />
Ok. Der Nächste ist der Organisator der Veranstaltung. Das ist der Arash, er studierund an der TU Informatik und ist vom Verein &#8220;Barrierefrei Studieren&#8221;.</p>
<p>- Arash, Organisator dieser Veranstaltung, Informatikstudent an der TU-Wien<br />
Hallo, ich bin der Arash, ich moechte einstiegs erwaehnen, das ist kein Verein, sondern eine Arbeitsgruppe,<br />
die sich im Zuge des Protests gebildet hat. Uns war das Thema freie Universitaet und im allgemeinen barrierefreie Bildung wichtig und deswegen bin ich da. Ich hab diese Podiumsdiskussion organisiert, weil mir wichtig war, dass Studierende auch selbst einmal zu Wort kommen, ihre eigenen Beduerfnisse oder<br />
Probleme artikulieren koennen und, ja, das erhoffe ich mir von dieser Diskussion. Danke.</p>
<p>- Moderator<br />
Der Nächste ist der Wolfgang Nowak. Er ist Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Uni Wien und ist dort auch Behindertenvertrauensperson.</p>
<p>- Wolfgang Nowak, Wissenschaftlicher Mitarbeiter und Behindertenvertrauensperson an der Uni Wien<br />
Ja, hallo, ja, wie gesagt, mein Name ist Wolfgang Nowak, bin jetzt auch Lehrbeauftragter an der Universitaet Wien, auf der Philosophie und bin sozusagen Betroffener, blind, mache mein<br />
Doktoratsstudium, einerseits als Studierender, andererseits schon als Lehrender hier.</p>
<p>- Moderator<br />
Die Nächste ist die Frau Mag. Marlene Fuhrmann und sie ist beim Verein Uniability, das ist der Dachverband der Behindertenbeauftragten der Universitaeten und sie ist auch hier die Behindertenbeauftragte an der TU Wien</p>
<p>- Mag. Marlene Fuhrmann, Verein Uniability &#8211; Dachverband der Behindertenbeauftragten der Universitaeten, Behindertenbeauftragte TU-Wien<br />
Ja, wie schon gesagt, mein Name ist Marlene Fuhrmann-Ehn, ich bin die<br />
Behindertenbeauftragte der TU Wien, ich bin diejenige die zumindest formal verantwortlich ist dafuer, was hier an der TU Wien fuer behinderte Studierende passiert oder vielleicht auch ein bischen dafuer was nicht passiert. Ich bin sehr gespannt auf die Diskussion heute und ich werde sicher versuchen die<br />
einen oder anderen Dinge, die vielleicht fallen auch schon auf Grund meiner Position die ich hier habe, das heisst, dass ich ja eigentlich in dem Bereich arbeite, wahrscheinlich das Eine oder Andere differenzierter darstellen.</p>
<p>- Moderator<br />
Der Nächste ist der David. Er studiert an der TU Informatik.</p>
<p>- David, Informatikstudent an der TU-Wien<br />
Mein Name ist David KLein, wie gesagt, ich studiere hier Informatik, bin somit von der Studentenseite hier.<br />
Ich habe Praxiserfahrung in Bezug auf Barrieren im Studium, moechte auch gleich erwaehnen, dass meiner Meinung nach sehr viel einfach, also viele Barrieren entstehen einfach durch wenig Wissen. Im Prinzip<br />
wening Wissen auf der Lehrbeauftragten-Seite, auf verschiedensten Ebenen.<br />
Es ist sehr viel Aufklaerungsarbeit noetig und ich hoffe es wird eine spannende Diskussion.</p>
<p>- Moderator<br />
Unser nächster Teilnehmer &#8211; last but not least &#8211; das ist der Thomas. Er studiert noch nicht, er ist Schüler und er hat sicher auch einiges beizutragen.</p>
<p>- Thomas, Schueler<br />
Guten Tag, ich wurde gebeten von der AG Barrierefreies Studieren hier zu sein, hier mit zu diskutieren, weil sich viele Barrieren schon vor dem Studium ergeben, vor allem bei der Aufbereitung von Lernunterlagen und deshalb wurde ich gebeten da zu sein und mit zu diskutieren. Ich bin gespannt wies wird.</p>
<p>- Moderator<br />
Dann moechte ich die Diskussion gleich einleiten und zwar, dass der Arash vielleicht ein paar einleitende Worte und vielleicht ein paar Problemstellungen die ihn persoenlich betreffen gleich anspricht.</p>
<p>- Arash<br />
Ich finde, Bildung sollte fuer alle Menschen zugaenglich sein und deswegen ist es<br />
auch wichtig die Rahmenbedingungen dafuer zu schaffen, dass auch<br />
behinderte Personen oder chronisch kranke auch am Studium teilnehmen<br />
koennen. Dazu bedarf es nicht nur finanzieller Mittel sondern auch<br />
organisatorischer<br />
und struktureller Mittel. Wir haben eine sehr engagierte<br />
Behindertenbeauftragte an der TU Wien, die sich sehr einsetzt fuer<br />
Barrierefreiheit.<br />
Sie scheitert leider oft daran, dass sie keine Ansprechpersonen findet,<br />
um unsere Forderungen und unsere Beduerfnisse zu artikulieren, jemand<br />
der es dann umsetzt. Ich glaube, darueber wird sie uns dann selber mehr erzaehlen<br />
koennen.</p>
<p>- Mag. Marlene Fuhrmann-Ehn<br />
Da ich direkt angesprochen wurde, wuerde ich dazu gerne etwas sagen.<br />
Ich kann natuerlich nur fuer die Situation der TU Wien sprechen.<br />
Ich glaube aus meiner Sicht, dass es speziell fuer die TU Wien zwei<br />
Bereiche gibt die wichtig sind fuer behinderte Studierende,<br />
abgesehen von dem was fuer alle Studierenden wichtig ist, das ist ein<br />
Bereich der Lehre und der Bereich der Infrastruktur.<br />
Ich glaube, dass zum Beispiel in der Lehre bei uns sehr viel passiert<br />
und dass die Zur-Verfuegungstellung der Lehr- und Lernmittel fuer<br />
behinderte Studierende recht gut ist und das was sie angesprochen<br />
haben Herr Klein, da geb ich schon recht, dass sie sagen die<br />
Lehrbeauftragten<br />
wissen nichts von all dem, aber nur woher sollten sie es wissen, sie<br />
sind vielleicht der erste Student dem sie begegnen und wir arbeiten hier<br />
sehr sehr anlassbezogen, das heisst wir arbeiten immer anlassbezogen,<br />
weil die Beduerfnisse der behinderten Studierenden, abgesehen jetzt von<br />
Barrierefreiheit<br />
was das bauliche betrifft, ziemlich individuell sind und wenn Sie sich<br />
einbringen und zum Beispiel zu mir kommen und mir sagen dass es dieses<br />
und dieses<br />
Problem gibt mit Lehrenden oder so, oder was ich da tun kann, dann<br />
wird das getan. Also in der Lehre da wuerde ich wirklich sagen, dass<br />
das gut<br />
funktioniert. Ein anderer Bereich ist die Infrastrunktur hier an der<br />
TU Wien. Es ist so, dass in den letzten 15 Jahren sehr sehr viel getan wurde,<br />
dass in sehr vielen Bereichen Barrierefreiheit passiert ist, dass das<br />
aber in den letzten zwei drei Jahren kann man sagen zu einem gewissen<br />
Stillstand<br />
gekommen ist. Und zu diesem Stillstand ist es deswegen gekommen, weil<br />
zum Teil die Mittel dafuer nicht da sind und das ist nicht sozusagen<br />
das was die TU<br />
von sich gibt, sondern das ist das was die<br />
Bundesimmobiliengesellschaft von sich gibt. Die Gebaeude der<br />
Universitaet Wien gehoeren nicht der<br />
Universitaet Wien, sie sind zum Teil angemietet. Herr ueber diese<br />
Gebaeude und auch bestimmend darueber (das ist auch bei anderen<br />
Universitaeten so)<br />
bestimmend darueber was passiert und was nicht passiert tut nicht die<br />
TU. Wir sind zwar die, die das immer anregen, wir haben zum Beispiel<br />
eine eigene<br />
Arbeitsgruppe Barrierefreies Bauen, die regelmaessig die Gebaeude hier<br />
abgeht, regelmaessig Listen erstellt, wo Bedarf besteht einer Adaption,<br />
die regelmaessig sich mit den Personen die dafuer verantwortlich sind<br />
zusammen setzt, nur passieren tut dann sehr oft leider nichts. Und das<br />
ist sicher der Schwachpunkt und da muss ich sagen haben wir noch<br />
keinen Weg gefunden, weil BIG offenbar so viel macht hat, dass sie<br />
sich zum Beispiel auch<br />
ueber Anweisungen der Universitaetsleitung hinwegsetzen kann, weil die<br />
Universitaetsleitung offiziell Barrierefreiheit fuer die TU zum Thema<br />
gemacht hat. Ich weiss nicht ob Sie das wissen, es gibt ja jetzt ein<br />
grosses Umbauprojket hier an der TU, das Projekt &#8220;2015&#8243; und in diesem<br />
Projekt<br />
ist Barrierefreiheit eines der grossen Themen. Also Insofern bin ich<br />
irrsinnig gluecklich ueber diese Veranstaltung, das wollte ich noch<br />
sagen,<br />
ich bin auch irrsinnig gluecklich darueber, dass die Besetzerinnen und<br />
Besetzer Barrierefreiheit zu einer ihrer Forderungen gemacht haben,<br />
denn vielleicht, wenn da der Druck von allen Seiten kommt, kann man hier<br />
auch was bewegen. Ich habe heute wieder erfahren, das TU-Hauptgebaeude,<br />
der Karlsplatz sollte generalsaniert werden, wir hatten mehrere<br />
Gespraeche, wir hatten Einsicht in die Plaene, der Architekt hat mit<br />
uns die ganzen<br />
Dinge besprochen wie das ausschauen soll, die Plaene waren da, alles<br />
war perfekt, auch was Barrierefreiheit betrifft, jetzt hat die BIG den<br />
Umbau eingestellt weil er zu teuer ist und will nur Adaptierungen<br />
machen die unbedingt notwendig sind. Jetzt habe ich an die BIG<br />
geschrieben inwieweit Barrierefreiheit aus ihrer Sicht zu den unbedingt<br />
notwendigen Dingen gehoert. Eine Antwort darauf habe ich nocht nicht<br />
bekommen.<br />
Also das ist das ganz grosse Problem und hier denke ich wirklich &#8230;<br />
und es sind ja auch Politikerinnen und Politiker da &#8230; ich weiß nicht &#8230; die<br />
BIG ist der groeszte Bauträger Oesterreichs. Sie verwaltet Milliarden<br />
an Geldern und ich weisz nicht, ob die BIG hier sozusagen alleine<br />
entscheiden kann, ob barrierefrei gebaut werden kann, oder nicht. Wieso&#8230;?<br />
Ich meine, sie ist zwar ein ausgegliederter Betrieb, aber sie ist immer noch<br />
ein staatsnaher Betrieb und die Gebäude werden mit Steuergeldern finanziert,<br />
unter anderem auch mit meinem Steuergeld, mit dem Steuergeld anderer behinderter<br />
Menschen. Und wieso können da paar Personen der Bundesimmobiliengesellschaft entscheiden,<br />
ob es ihnen wert ist, barrierefrei zu bauen oder nicht barrierefrei zu bauen.<br />
Es wäre schon meine Frage an die Politik, wie die Politik damit umgeht.</p>
<p>- Moderator<br />
Ja, dann möchte ich die Frage gleich an die anwesenden<br />
Behindertensprecher und Bildungssprecher weitergeben. Vielleicht die<br />
Frau Jarmer zuerst.</p>
<p>- Helene Jarmer<br />
Hängt natürlich davon ab, dass wir ein<br />
Behindertengleichstellungsgesetz haben und die Barrierefreiheit steht da<br />
drinnen. Und diese Gesetze sind leider noch nicht stark genug und diese<br />
Auswirkungen sind mangelhaft.</p>
<p>- Fuhrmann-Ehn<br />
Leider ist es so, Frau Jarmer, dass die Barrierefreiheit<br />
aus dem Bildungssektor dediziert ausgenommen wurde &#8211; das heißt, nicht<br />
nur die Universitäten, sondern auch alle anderen Bildungseinrichtungen.<br />
Die Universitäten sind die Einzigen, die sich in ihrem Gesetz, nämlich<br />
dem Universitätsgesetz, Barrierefreiheit sich selbst vorgeschrieben<br />
haben. Ich muss zugeben, es ist zwar nicht sehr detailiert, aber &#8230;</p>
<p>- Helene Jarmer<br />
Ja, ja, das weiß ich&#8230; mhm &#8230;</p>
<p>- Fuhrmann-Ehn<br />
Ja, aber es steht nicht im<br />
Behindertengleichstellungsgesetz. Im Behindertengleichstellungsgesetz<br />
sind Bildungseinrichtungen &#8230; ist Barrierefreiheit für<br />
Bildungseinrichtungen dediziert ausgenommen. Der Bildungsbereich steht<br />
da nicht drin.</p>
<p>- Helene Jarmer<br />
Das&#8230; hmm&#8230; nein&#8230; nein&#8230; Ehrlich gesagt, zum Thema<br />
Gebäude und barrierefreie Bildung &#8230; von Gebäuden &#8230; nein, nein&#8230; Da<br />
gibt&#8217;s einen Unterschied. Also in der Angelegenheit, es sind<br />
verschiedene Stellen beteiligt. Und das Beste, meiner Meinung nach, ist,<br />
wenn wir gemeinsam etwas machen können und nicht warten, bis die<br />
Politiker Einzelinitiativen starten und alleine koennen wir auch gar nichts machen.<br />
Ein Gesetz da ein Gesetz dort,<br />
wichtig ist, dass alle Parteien hier gemeinsam mitmachen, um auch das Ministerium<br />
im Endeffekt mitspielt. Und auch sie hier. Aktionen finde ich eine ganz tolle Sache,<br />
die oeffentliche Aufmerksamkeit erregen, find ich eine gute Sache. Und jetzt habe<br />
ich schon versucht Presseleute ein bisschen zu informieren, damit Pressemenschen<br />
einfach bewusst ist, dass der Bereich Behinderung zu wenig beruecksichtigt wird und<br />
dass das in der Presse und in den Medien regelmaessig Thema wird. Das man vielleicht<br />
hier Interviews machen kann mit behinderten Studierenden zum Beispiel und in dem<br />
Moment wo sie sensibilisiert sind, werden sie mehr machen. Einige sagen, ja, wir<br />
melden uns. Die anderen sagen, ja, koennen wir mal schauen. Und wichtig ist eine<br />
Schiene, diese Ueberleitung zur Allgemeinheit.</p>
<p>- Fuhrmann-Ehn<br />
Nur ganz kurz und dann hoer ich schon auf. Sensibilisierung<br />
ist sicher etwas ganz, ganz wichtiges. Aber wissen Sie, ich habe schon selber soviel<br />
sensibilisiert und es gibt soviele Menschen, die sensibilisieren und die sich in der<br />
Oeffentlichkeit fuer dieses Thema stark machen. Was nutzt meine ganze Sensibilisierung<br />
wenn die konkrete Umsetzung nicht das ist. Ich glaube, dass die Leute sensibilisiert<br />
sind, sie wissen um Behinderung, sie wissen es. Es ist ueberall bekannt. Es ist im<br />
Bildungsbereich bekannt, vom Kindergarten bis zur Uni. Was notwendig ist, ist das man<br />
die richtigen Mittel zur Verfuegung stellt, damit diese &#8230;und ich spreche fuer die<br />
Universitaeten, fuer andere Dinge kann ich nicht sprechen &#8230; damit die Universitaeten<br />
die Moeglichkeit haben ihren behinderten Studierenden die Rahmenbedingungen zur Verfuegung<br />
zu stellen. Die Universitaeten wollen das, das kann ich ihnen garantieren. Also zumindest<br />
fuer meine Universitaet. Aber es wird leider nicht unterstuetzt, es wird von Seiten<br />
der&#8230; Politik nicht unterstuetzt.</p>
<p>- Moderator<br />
Ich habe gerade eine Meldung gekriegt und zwar von zwei von den Betroffenen.<br />
 Die eben gemeint haben, es geht nicht nur um bauliche Massnahmen. Und vorallem fuer<br />
Gehbehinderte sind die baulichen Massnahmen am wichtigsten, aber fuer andere sind andere<br />
Massnahmen wichtiger und drum wollen wir da mal was hoeren. Willst du zuerst Thomas oder<br />
willst du zuerst David?</p>
<p>- Thomas<br />
Also liebe Zuhoererinnen und Zuhoerer, ich versteh das, wir sind ja<br />
hier verschiedene Behinderungsgruppen und jede Behinderungsgruppe, jeder, eigentlich jeder<br />
Behinderte, weil keiner hat die Einschraenkung im gleichen Masse, hat dadurch eigene<br />
Beduerfnisse. Ich versteh, dass die Frau Fuhrmann sehr die bauliche Seite beleuchtet. Aber<br />
ich denk ueberhaupt nicht, dass sich Diskussionen ueber Barrierefreiheit sich in baulichen<br />
Dingen erschoepfen sollen, weil das ist bei weitem nicht alles. Wir haben da jemanden,<br />
der Gehoerlosendolmetschung braucht, das zaehlt auch zur Barrierefreiheit. Es zaehlt zur<br />
Barrierefreiheit, dass Sehbehinderte und Blinde Skripten in ihrer Form kriegen, die sie<br />
brauchen, d.h. aufbereitet. Deshalb finde ich ist der Begriff Barrierefreiheit vielleicht<br />
sogar ein bisschen irrefuehrend. Mir taugt da der englische Begriff accessible besser, also<br />
zugaenglich, ja.<br />
Mein Kollege der David denk ich wird dazu auch noch ein bisserl was sagen. Ich wuerde es<br />
Schad finden, wenn jetzt die Diskussion da in einen Fight ausartet, wie Dinge zu bauen<br />
sind, weil denk ich, die Diskussion der Barrierefreiheit sich auf andere Gebiete auch<br />
erstrecken muss. Ja.</p>
<p>- das Publikum klopft zustimmend auf die Tische -</p>
<p>- David, Informatikstudent an der TU-Wien<br />
Der Thomas hat das ja schon angesprochen.<br />
Ich glaub, wir muessen uns ueberhaupt generell die Frage stellen, Was verstehen wir unter<br />
Barrierefreiheit?<br />
Barrierefreiheit klingt gut, ist zu einen recht interessanten Schlagwort geworden. Aber<br />
sehr oft ist dieses Schlagwort wirklich hohl. Denn Barrierefreiheit vollzieht sich in<br />
erster Linie in den Koepfen und wenn wir das haben, koenne wir Massnahmen setzen.<br />
Und wie gesagt, ich habe vorhin z.B. die Lehrbeauftragten angesprochen, wie gesagt ich<br />
kann eine ganze Reihe von wirklich sehr engagierten Professoren aufzaehlen, aber die<br />
Problematik liegt ja in Wahrheit viel tiefer. Die Problematik liegt darin, dass sehr viel<br />
Unwissenheit, was eine einzelne Behinderungsgruppe, also was der einzelne Behinderte leisten<br />
kann und was nicht, d.h. die Einschraenkungen differenzieren je nach Behinderung. D.h. es<br />
gibt das Schlagwort Barrierefreiheit. Gut. Jetzt gibt es aber auch &#8230; es gibt sehr viele<br />
Interessen, die verschiedene Behinderungsgruppen teilen. Aber, es gibt auch sehr viele<br />
Interessen, die teilweise voellig kontraer gehen. Und ich moechte nur kurz einmal noch<br />
zurueckkommen, auf das Thema vorhin der baulichen Barrierefreiheit. Gut, es ist so, dass<br />
ist im Prinzip ein Paradebeispiel. Ein Rollstuhlfahrer ist generell fuer einen relativ<br />
stufenlosen, einen stufenlosen oeffentlichen Raum. Gut. D.h., das ist natuerlich fuer<br />
einen Blinden ziemlich unangenehm.<br />
Warum, weil Stufen gleichzeitig Orientierungslinien darstellen. Gut, dass nur, soviel,<br />
einfach um zu demonstrieren, wie unterschiedlich Interessen sein koennen. Und wie ich<br />
eben gesagt hab, es beginnt in den Koepfen. Es beginnt in den Koepfen, ich kann das<br />
aus eigener Erfahrung sagen. Es ist so, ich brauch gerade bei jeglicher Thematik, die z.B.<br />
mit elektrotechnischen Schaltungen zu tun hat, weil es mir natuerlich auch im Informatikstudium<br />
begegnet, bzw. mathematische Dinge. Da benoetige ich einfach eine gewisse Zeit, eine gewisse<br />
Aufbereitung, die &#8230; ich brauche das &#8230; ich kann nicht einfach die Materialien so nehmen,<br />
die wuerden mir nichts bringen. D.h., das ganze Problem ist auch, das es in ein ziemlich enges<br />
Korsett gezwaengt. Nehmen wir nur das, hier, um das zu demonstrieren Anmeldungsfristen. D.h. ich<br />
muss schauen, das ich mir alles so organisieren kann, das ich sicher bin, dass diese Unterlagen<br />
in der Zeit, in der die Lehrveranstaltung laeuft, aufbereitet werden. Gut. D.h., das geht aber<br />
oft zu Lasten der Anmeldefrist. Und dann muss man irgendwie schauen, dass man noch in diese<br />
Lehrveranstaltung reinkommt und das ist im Prinzip Aufwand, der natuerlich auch eine Barriere<br />
darstellt, d.h. somit waeren wir schon bei dem Punkt. D.h., es verlangt wirklich von allen<br />
Seiten auch extreme Flexibilitaet. D.h. extreme Flexibilitaet des behinderten Studenten, des<br />
Lehrenden und natuerlich auch aller anderen, bis hin natuerlich zur Politik. Das ist ganz klar.<br />
Danke sehr.</p>
<p>- Moderator<br />
Als naechster moechte der Arash was sagen. Wahrscheinlich auch aus der Sicht der<br />
betroffenen Gehbehinderten.</p>
<p>- Arash<br />
Nein. Ich sehe Barrierefreiheit eigentlich schon als ganzheitliches Thema und weil<br />
ich schon zwar und natuerlich aus meiner Sicht nur, ein Experte bin, was meine Behinderung<br />
angeht, bin ich schon sehr sensibilisiert auf Beduerfnisse anderer. Was mir wichtig waere zu<br />
erwaehnen ist, das es natuerlich spezielle Interessen gibt. Z.B., das Blinde taktile Skripten<br />
haben und das sie Orientierungslinien haben. Das sie andere Beduerfnisse an Baulichkeiten haben.<br />
Aber ich denke, das ist kein Widerspruch, sondern das sind Zusatzforderungen, die man als Ganzes<br />
sehen muss und ich denke unsere Gesellschaft ist schon so weit entwickelt heute, oder sollte es<br />
sein, hier auch Loesungen zu suchen und ich bin auch sicher das es gefunden wird. Das alles auch<br />
unter einen Hut kommt. Was ich als gemeinsamen Nenner von allen Beduerfnissen sehe, ist erstens<br />
einmal das Finanzielle. Das den Universitaeten und auch den Betroffenen, denen einfach nicht die<br />
finanziellen Mittel in ausreichender Form geboten wird. Das sie ihre Beduerfnisse in die Tat<br />
umsetzen. Das ist das Politische. Z.B. hat David die Skripten angesprochen, die er benoetigt.<br />
Es gibt sehr viele Professoren, die bereit sind barrierefreie Unterlagen anzubieten. Jedoch in<br />
gesetzlichen Huerden gefangen sind, z.B. wenn Skripten verwendet werden oder Buecher verwendet<br />
werden, die dem Urheberrecht unterliegen, tun sie sich wahnsinnig schwer, diese den Betroffenen<br />
zu geben. Ich denke, hier sollte das Urheberrechtsgesetz auch insofern angepasst werden, dass<br />
Universitaeten und Bildungseinrichtungen nicht erst einmal bei Verlagen betteln gehen muessen,<br />
bis die Studierenden Buecher, die schon vorhanden sind an Universitaeten zugaenglich machen. Ja.<br />
Und ich denke wir haben jetzt sehr viel ueber Blinde und Gehbehinderte gesprochen. Ich denke mir,<br />
auch es waere wichtig jetzt einmal die Gehoerlosen zu Wort kommen zu lassen. Vielleicht moechte<br />
Barbara noch etwas sagen?</p>
<p>- Barbara<br />
Ja, wir haben also schon gehoert, wir haben verschiedenste Behinderungen und jede<br />
Behinderungsgruppierung hat andere Beduerfnisse und gehoerlose Menschen und schwerhoerige Menschen<br />
sind auch wiederum spezielle Gruppierungen, die etwas brauchen. Und das was sie brauchen sind z.B.<br />
Personen, die sie begleiten &#8211; Tutoren &#8211; in dem Sinn, dass sie Schreibkraefte brauchen. Sie koennen<br />
nicht waehrend einer Vorlesung mitschreiben und sie brauchen darueber hinaus, um mit diskutieren<br />
zu koennen Gebaerdensprachdolmetschung. Aber worauf wir wirklich hinaus wollen, ist, dass Tutorium<br />
quasi in Form von Schreibkraeften. Das gilt auch fuer schwerhoerige Menschen und das sollte ganz<br />
selbstverstaendlich sein, ja und auch fuer die Bestroffenen selbst, ist es natuerlich eine<br />
Umstellung, diese Hilfe auch anzunehmen. Das man mit jedem gemeinsam wohin geht. Und das was an<br />
oberster Stelle steht, ist natuerlich die Dolmetschung in die Gebaerdensprache. Das ist unsere<br />
einzige Moeglichkeit Vorlesungen mit zu bekommen. Und darueber hinaus wuenschen wir uns eine<br />
Beratungsstelle fuer gehoerlose und schwerhoerige Menschen. Eine Beratungsstelle, die auch die<br />
Organisation dieser Tutor_innen, Organisation der Dolmetscher_innen uebernimmt. Denn bisher war<br />
es so, dass die meisten gehoerlosen und schwerhoerenden Menschen sich selbst darum kuemmern<br />
mussten. Das sie schauen mussten, dass sie Dolmetscher_innen finden, die mit ihnen gemeinsam zu<br />
Veranstaltungen gehen und das ist ein zusaetzlicher Organisationsaufwand. Aber nicht nur die<br />
Organisation des Personals, der Personen, sondern auch die ganzen Formalitaeten, sprich die<br />
Kostenuebernahmen und das ist wahnsinnig Zeitaufwendig, was natuerlich auf Kosten der Studienzeit<br />
geht. Und ich bin auch beim Thema Sensibilisierung. Ich finde es wirklich wichtig, denn die meisten<br />
Professoren muessen auch erst lernen, dass Dolmetscher waehrend der Vorlesung dabei sind und wir<br />
haben es hier erlebt. Sie haben Dolmetscher_innen nicht akzeptiert, wollten sie hinaus schicken<br />
und es kam zu Diskussionen zwischen studierender Person und dem Professor. Vielen ist auch nicht<br />
bewusst, dass Gehoerlose fuer ihre Pruefungen mehr Zeit brauchen, ja, d.h. Gehoerlose und<br />
vielleicht auch andere Menschen mit Behinderungen. D.h. 60 Prozent, ich wuerde jetzt einmal sagen,<br />
wir brauchen manchmal die doppelte Zeit. Und auch das ist nicht bewusst.</p>
<p>- Moderator<br />
Zuerst haben wir noch eine Frage aus dem Publikum.</p>
<p>- Publikum<br />
Hallo. Ja, ich bin Antonia. Wir sind von der AG barrierefreie Uni von der Hauptuni.<br />
Und wir arbeiten eben mit der Barbara und mit dem VÖGS auch zusammen und Barbara<br />
ich wollte dich gleich im Anschluss dich bitten, dass du konkret mal vorstellen kannst, dass<br />
Projekt: Gehoerlos erfolgreich studieren. Was ihr jetzt auch bei dem Magister Faulhammer noch einmal<br />
beantragt habt. Das du einfach noch einmal konkret erklärst, was ihr bereits gemacht habt und wo die<br />
Probleme in der Politik liegen, dass die dort die Barrieren sind und eben nicht das es hier, die<br />
Gehörlosen nichts tun und nicht engagiert sind, sondern es ist eben so, dass viel gemacht wird. Und<br />
kannst du vielleicht einmal erklären, was bisher der Weg war von diesem Projekt, damit hier auch<br />
einmal klar wird was bereits gemacht wird.</p>
<p>- Barbara<br />
Ja, also das Projekt &#8220;erfolgreich studieren&#8221;. Da haben wir gemeinsam mit der Frau Magister<br />
Fuhrmann-Ehn zusammengearbeitet und das wirklich über einen längeren Zeitraum. Also wir haben schon<br />
mit dem Wissenaschaftsministerium Kontakte gehabt, die TU Wien hat sich bereit erklärt, mit uns mit<br />
zu arbeiten. Und wir haben da ein ganzes Projekt auf die Beine gestellt. Und vielleicht zum Inhalt<br />
des Projektes. Es beinhaltet Budget für Gebärdensprachdolmetschung, ein kleineres für Tutor_innen<br />
wir haben auch eine Beratungsstelle inkludiert, wo gehörlose als auch schwerhörende Menschen beraten<br />
werden können und wir haben auch im Konzept vorgesehen, Sensibilisierungsveranstaltungen. D.h. wir<br />
haben wirkliche lange und sehr viel Zeit in dieses Konzept investiert. Wir haben es auch eingereicht<br />
und es liegt jetzt im Wissenschaftsministerium. Und es wird verschoben und verschoben und verschoben.<br />
Und die Entscheidung wird von einem zum anderen weitergegeben. Wir versuchen es da einzureichen, der<br />
eine redet sich auf den anderen aus, der wieder auf den anderen. Und wir haben jetzt wieder eine<br />
E-Mail geschickt und wir haben auch mit der Unterstützung der Frau Magistra Jarmer noch ergänzt, die<br />
Forderungen, aber es ist stillschweigen. Und das ist eine unglaubliche Barriere. D.h. gehörlose<br />
Studierende sind im höchsten Masse bestroffen und wir stecken. Und wenn ich denke, die gesamte<br />
Organisation, die Belastung. Wir haben kein Budget, die Studierenden bekommen keine Budgets, dass<br />
sie sich Vorlesungen, für Vorlesungen Gebärdensprachdolmetschung leisten können.</p>
<p>- Moderator<br />
Frau Magister Fuhrmann-Ehn möchte dazu etwas sagen.</p>
<p>- Fuhrmann-Ehn<br />
Dem kann ich nur zustimmen. Also gehörlose Stu&#8230; Also für mich, das möchte<br />
ich halt mal sagen, ich bin halt in dem Job und für mich ist Barrierefreiheit nicht nur bauliche<br />
Belange. Es ist halt so, bei den baulichen Belangen ist es immer sehr schwierig, weil da halt<br />
immer Geld dahinter steht und man sich dagegen immer so besonders wehrt. Ich versuch halt wirklich<br />
für die Studierenden, die hier an der TU sind, so viel ich kann zu tun, das ist aber halt immer noch<br />
gerade nicht genug. Und gerade die gehörlosen Studierenden sind Studierende, die in jeder Beziehung<br />
benachteiligt sind. Also, die sind auch in der Lehre extrem benachteiligt, weil sie einfach nicht<br />
die Möglichkeit haben in ihrer Sprache die Lehr- und Lerninhalte zu verfolgen. Und hier hätte es<br />
ein wirklich ein sehr sehr gutes Projekt gegeben. Und das ist uns leider nicht bewilligt worden.<br />
Und es tut mir Leid. Es ist halt immer das selbe, da kann ich wieder nur an die Politik appellieren<br />
alles zu tun, damit sowas passiert. Damit man sich so ein Projekt mal anschaut. Wie könnte das<br />
österreichweit für gehörlose Studenten und Studentinnen funktionieren.</p>
<p>- Moderator<br />
Herr Dr. Gruenewald wollte eh schon dazu Stellung nehmen.</p>
<p>- Dr. Kurt Gruenewald<br />
Ich glaube, dass Behindertenbeauftragte egal wo sie arbeiten in Universitäten,<br />
eine fatalen Job haben. An sie werden ganz hohe Erwartungen geknüpft und gleichzeitig stehen sie<br />
einer Situation gegenüber, wo sie nur unmächtig reagieren können und nur an Betroffenheit appellieren.<br />
So traurig es klingt, das nützt vielfach nichts, weil die Gegebenheiten entgegen stehen. Es gibt<br />
soviele unterschiedliche Arten von Behinderungen, wo es völlig unterschiedliche Massnahmen braucht.<br />
Vielfach die Betroffenheit auf emotionaler Seite, die kann man ja einigen Beamten vielleicht noch<br />
konstatieren, aber ich messe den Grad der Betroffenheit daran was passiert. Also von Mitleid oder oder<br />
Stirnrunzeln haben Behinderte gar nichts. Vielfach meiner Erfahrung nach, hat es über Jahre jetzt die<br />
Debatte darauf erstreckt, dass man Fristen für Stipendien oder Unterstützung der Studierde durch<br />
sogenannte Toleranzsemester erstreckt hat. Niemand hat überlegt, welche Massnahmen könnte ich bei<br />
Behinderungen setzen, dass die Leute und die Betroffenen keine Studienverzögerungen haben. Eben durch<br />
Dolmetsch oder durch andere Lehr- und Lernmethodenunterstützungen. Es ist vielfach nicht passiert.<br />
Dann bin ich der Meinung es stimmt, Universitäten sind aus vielen gesetzlichen Regelwerken, die bei<br />
anderen Menschen völlig normal sind, ausgenommen. Und wenn ich ihnen da vorles, welchen Entschlies-<br />
sungsanträge es dazu gibt, wie vage, wie defus und verschnörkelt, diese Anträge sind. Wo kein Mensch<br />
weiss, was wollen die jetzt wirklich. Glaub ich muss man, ich sag es jetzt schon radikal, zu härteren<br />
Massnahmen greifen. Ich glaube Menschenrechte sind erstens unteilbar und zu sagen an Universitäten<br />
gilt das nicht, weil die Ministerverantwortlichkeit nicht untergraben werden darf. Bei den<br />
Universitäten gilt nur dies Arbeitnehmerschutzgesetz und in dem neuen Universitätsgesetz 2002 steht<br />
drin, das tritt erst 2012 in Kraft. Warum so spät? Das muss man sich mal vorstellen, eine Ausnahme<br />
vom Arbeitnehmer_Innenschutzgesetz, das ja auch nicht behinderte sondern alle betrifft, weil sonst<br />
die Universitäten die Hälfte ihrer Hörsäale, Labor zusperren müssten. Drum hat man denen die lange<br />
Frist gegeben. Und nun kommt das Geld. Wenn man und ich verteidige die Politik null, aber man muss<br />
mal eine Bestandsaufnahme machen. Wieviel Leute gibt es, die was brauchen? Das ist eine heiden Arbeit<br />
und die muss wer machen. Und eine Behindertenbeauftragte pro Universität bräuchte ein Büro mit fünf<br />
Mitarbeiter_Innen um das zu bewältigen, muss man auch einmal sagen, ja. Und dann ist die Universität<br />
nicht Herr oder Herrin ihrer Räume. Die Räume wurden den Universitäten vom Staat nicht überlassen,<br />
gegen ihren Wunsch, sondern wurden von der Bundesimmobiliengesellschaft übernommen, die Herr oder<br />
Herrin über alle Bundesgebäude ist. Die wurden ihr nicht geschenkt, sondern die haben einen Kredit<br />
vom Staat bekommen in Milliardenhöhe und durch Mieten, die die BIG von den Universitäten verlangt,<br />
zahlt sie dem Finanzminister dieses Geschenk, die Räume, zurück. Jetzt, was passiert jetzt, saniert<br />
die BIG barrierefrei, ja, steigert sie sofort die Mieten für die Universität, weil sie sagt der Wert<br />
des Objektes ist gestiegen. Die Freude der Universitäten mehr Miete zu zahlen, oder die Angst, Angst<br />
muss ich sagen, das war jetzt zynisch, die Angst mehr Miete zahlen zu müssen, ist teilweise größer<br />
als der Wunsch wirklich Barrierefreiheit von heute auf morgen durchzusetzen. Ja und in der jetzigen<br />
finanziellen Situation wird nichts anderes helfen, ist mein Tipp, das man in die Leistungsverträge<br />
der Universität, die mit der Republik bzw. mit dem Minister beschlossen werden, diese Massnahme<br />
hineinnimmt als Verpflichtung. Und der Bund muss dafür zahlen. Ich würde da nicht mehr in der<br />
Bittstellersituation sein wollen, sondern das ist ihr Recht. Nur haben Behinderte teilweise weniger<br />
Lobbyisten oder Verbündete wie Fußballanhänger, drum würd man eher ein barrierefreies Fussballstadion<br />
kriegen als eine barrierefreie Universität. Das darf man sich nicht gefallen lassen. Ich<br />
sehe Chancen. Die protestierenden Studierenden im Audimax, ich habe mit ihnen geredet, auch die ÖH<br />
reden nicht nur über Studiengebühren und Zulassungsbeschränkungen sie reden auch über Menschenrechte,<br />
über Barrierefreiheit, humane Arbeits- und Beschäftigungsbedingungen und Studienbedingungen für<br />
Uniangehörige. Im Unidialog, ich bin schon fertig dann, der jetzt beginnen wird mit den Studierenden<br />
und mit allen massgeblich Verantwortlichen, mit allen ja, und der ein halbes Jahr dauern sollte,<br />
könnte man dieses massiv platzieren. Da sollten sie auch drängen, dass ihre Vertreter_innen diese<br />
Leute beraten, bzw. sie auch jemanden entsenden können. Und dann gibt es kein zurück mehr. Sie<br />
werden alle Unterstützung der dort Anwesenden haben und ich glaube der Kuschelkurs, ich bin ja<br />
auch nicht so ein Rambotyp aber der Kuschelkurs hat zu nichts geführt, man muss glaube ich da<br />
etwas härtere Robin Hood Methoden einschlagen, glaube ich.</p>
<p>- Moderator<br />
Als nächster wollte der Arash noch was dazu sagen.</p>
<p>- Arash<br />
Was ich sehe, ist sympthomatisch für die Politik der letzten Jahre und das bei allen<br />
Menschen. Das von der Politik oft gefordert wird, ja bitte, sagt uns doch was ihr braucht, bildet<br />
Arbeitsgruppen. Und dann machen das die Leute, jetzt werden<br />
Beauftragte installiert, die unsere Anliegen protokollieren. Aber wir alle laufen gegen Wände. Keiner<br />
fühlt sich zuständig, unsere Forderungenm, die wir klar formulieren, unsere Bedürfnisse, die wir klar<br />
formulieren einfach in die Tat umzusetzen. Ja, oft werden dann in der Politik Expertenrunden gebildet,<br />
wo dann die Arbeitsgruppen, die gefordert wurden von den Betroffenen, nicht eingeladen werden, nicht<br />
eingebunden werden. Und zur ÖH und zu unserer Vertretung möchte ich noch sagen, dass man ihnen keinen<br />
Vorwurf machen kann, dass sie unsere Forderungen sehr wohl kennen. Sie auch umsetzen würden, nicht<br />
aber einmal die Forderungen aller Studierenden umsetzen können, weil sie einfach unterrepräsentiert<br />
sind. Wobei wir dann wieder beim Punkt der Demokratisierung des Bildungssystems wären. Ja, dass wir<br />
auch mehr Mitsprache bekommen. Das wäre wichtig, das wir z.B. unsere Behindertenbeauftragten oder<br />
alle Personen, die sich als unsere Vertreter fühlen, nicht nur zum Bittsteller werden für die<br />
Forderungen, sondern aktiv auch mitgestalten können. Und nicht nur als Beratungspersonen auf die<br />
eh keiner hört, mißbraucht werden, dafür dass sich dann Politiker, Minister hinstellen und sagen:<br />
Ja, wir haben mit den Betroffenen geredet und das ist raus gekommen. Was ich noch wichtig finde,<br />
in den Kontext, das wir über die Probleme der Universitäten besprochen haben, kein rein universitäre<br />
Problem ist, sondern ein Problem des ganzen Bildungssystems. Das fängt an bei Kindergärten, das fängt<br />
an bei Volksschulen, bei AHS, genauso betrifft es sie: bauliche Probleme, oder das gehörlose<br />
Dolmetsch brauchen oder das Urheberrecht, das z.B. Bücher nicht eingescannt werden dürfen und<br />
ökonomisch den Studierenden oder Lernenden zur Verfügung gestellt werden. Ich finde es ist sehr<br />
wichtig das auch über das Urheberrecht diskutiert wird. Wenn ich kurz ein Beispiel bringen darf. Vor ein<br />
paar Jahren wurde das Urheberrecht insoweit umgeändert, dass die Nationalbibliothek Webseiten, die<br />
aus Österreich stammen oder eine österreichische Domain haben archivieren dürfen, denn es sei ja<br />
Kulturgut. Da wird das Urheberrecht einfach vorweg gelassen, weil das Kulturgut viel wichtiger ist.<br />
Und da frage ich mich schon: Warum hat Bildung nicht den gleichen Stellenwert? Warum müssen wir darum<br />
betteln bei Verlagen, dass wir Bücher lesen können? Ja ich glaube, danke.<br />
Ja, dazu wollte ich gern ihre Meinung Herr Gruenewald und Frau Jarmer wissen. Was gedenken sie<br />
praktisch zu tun, um diesen Umstand zu ändern? Würden Sie sich auch dafür einsetzen, dass die Bundesimmobiliengesellschaft verpflichtend eine Person zur Verfügung stellt, die die Anliegen der<br />
Betroffenen in die Tat umsetzt? Danke.</p>
<p>- Moderator<br />
Als nächster wollte, glaube ich, der Magister Nowak sprechen.</p>
<p>- Wolfgang Nowak<br />
Ja, es ist schon sehr viel gerade angesprochen worden, wo ich auch zustimmen möchte.<br />
Ich war jetzt September Oktober auf einer Vortragsreise in Japan bei einer internationalen Konferenz.<br />
Dort, wo ich jetzt auch nicht alles hochleben -jubeln möchte, dort passiert schon sehr viel, nämlich<br />
das man ganz strikt im Hochschulbereich Vorgaben gibt hinsichtlich der Zugänglichkeit und<br />
Barrierefreiheit. Aber das in einem allumfassenden Sinne. Wenn dies erfüllt wird, gibt es viel Geld,<br />
an die Universitäten. Wird es jedoch nicht erfüllt, wird dies ebenso wieder gestrichen. Ein anderer<br />
Punkt ist und da sind jetzt z.B. blinde Menschen, sag ich jetzt einmal, in Japan bezogen, jetzt<br />
gehörlosen Menschen sozusagen in einer Entwicklung voraus, nämlich in einer gesellschaftlichen. Es<br />
gibt in Japan blinde Richter, Professoren, Rechtsanwälte. Das gibt es bei gehörlosen Menschen in<br />
Japan noch nicht, meines Wissens nach, werden aber jedoch gefördert, wo man dann auch hofft, dass<br />
dies dann noch nachkommt. Das ist in Österreich alles leider noch nicht der Fall. Ja, und<br />
vielleicht noch kurz zu Leitlinien, wobei ich jetzt nicht Werbung für mich machen möchte, das<br />
betrifft meine Dissertation. Das Positive z.B. an der Universität Wien ist, es wird gerade ein<br />
Leitsystem ausgebaut, was den Sinn hat blinden Menschen Orientierung zu geben. Was der Name auch<br />
sagt, aber noch mehr Informationen zu geben, nämlich wieviel Linien hat dies System und gibt<br />
Informationen dem User. Was mich freut als Philosoph, dass ist sozusagen als Nichttechniker, dass<br />
soetwas umgesetzt wird und nicht in einem Buch verstaubt. Und wegen dieser diametralen<br />
Entgegensetzungen, das Leitsystem ist so konzipiert und auch von Rollstuhlfahrer_Innen getestet, es<br />
hat eine Höhe von zwei Millimetern, dass es eben nicht oder möglichst wenig behindern soll, jetzt<br />
Rollstuhlfahrer, gehbehinderte Menschen, aber es dennoch blinde Menschen noch gut fühlen können,<br />
aufgrund eines speziellen Materials. Dies ist möglich, aber es ist eben eine Anforderung an die<br />
Wissenschaft hier zu arbeiten, das es eben wenn es unterschiedliche Bedürfnisse gibt, dass man sich<br />
doch irgendwo in der Mitte einigt. Und ich glaube, das ist da ersichtlich. Es ist schon beim Audimax<br />
ist es schon erwähnt worden, dort existiert schon ein Teil Aula, Arkadenhof, das kann man sich quasi<br />
anschauen oder mal testen. Das soll wie gesagt gesamt ausgebaut werden. Und hat auch Interesse<br />
gezeigt, in Japan. Ja, sonst ist es wirklich eine Geldfrage. Das kann ich leider auch bestätigen.<br />
Was ich weiss, ich bin eine Vertrauensperson. Man möchte vieles machen an Verbesserungen. Ich rede<br />
z.B. ein Aufzug, das ein Aufzug für einen Rollstuhlfahrer barrierefrei nützbar ist. Es gibt bei uns<br />
alte Aufzüge, die sind saniert worden jedoch nicht barrierefrei saniert. Da wird man dann auf<br />
verwiesen das Datum 2012. Wobei jetzt umgebaut wird. Das ist natürlich eine sehr traurige Geschichte,<br />
wo die Universitäten meines Wissens nach wirklich Interesse haben dies auch barrierefrei zu gestalten.</p>
<p>- Moderator<br />
Ich habe gerade erfahren, dass die Frau Jarmer bald gehen muss und sie wollte noch ein<br />
paar Worte an uns richten.</p>
<p>- Frau Jarmer<br />
Gut. Bevor ich jetzt gehe, möchte ich noch ein paar abschliessende Worte hinzufügen.<br />
Und glaube ich, das wichtige ist meinem Eindruck nach, dass man nicht warten soll, dass oben etwas<br />
passiert. Das sie nicht die Verantwortung abgeben sollen, sondern das sie wirklich ihre Bedürnisse<br />
punktuell ganz klar niederschreiben und das sie auch aktiv werden. Ich denke, die Zeit jetzt ist<br />
günstig, die Aufmerksamkeit an den Unis ist hoch, das könne sie alle hier nutzen. Wie sie es machen,<br />
ist natürlich vielfältig. Da gibt es mehrer Möglichkeiten und ich weiss manchmal ist es auch nicht<br />
angenehm zu Aktionen zu schreiten, Leute anzusprechen, Kontakte zu knüpfen und so weiter. Und wichtig<br />
ist, dass sie aktive Kontakte herstellen zu Politikern. Nicht nur zu uns beiden. Schreiben sie ihre<br />
Dinge, ihre Punkte und dann gehen sie hin zu den Menschen und sagen ihnen, was sie haben möchten.<br />
Auch die Ministerien anschreiben, es ist egal ob sie keine Antwort kriegen. Machen sie mal etwas.<br />
Oft ist es so. Schicken sie es an alle Parteien, ohne etwas zu erwarten. Seien sie aktiv. Machen sie<br />
Druck und dann kann etwas passieren. Der Dialog ist auch ganz wichtig zu führen. Danke schön.</p>
<p>- Moderator<br />
Der Arash hat noch ein paar Worte für die Frau Jarmer.</p>
<p>- Arash<br />
Ich wollte mich bei Herrn Grünewald und Frau Jarmer noch einmal bedanken, dass sie so kurzfristig Zeit gefunden haben zu kommen. Und bei der Gelegenheit wollte ich sie fragen, ob sie bereit<br />
wären in den nächsten Wochen wieder zu kommen. Das wir diese Diskussion mit mehreren Parteimitgliedern besprechen könnten. Danke.</p>
<p>- Moderator<br />
Als nächstes wollte die Frau Fuhrmann-Ehn wieder etwas sagen.</p>
<p>- Frau Fuhrmann-Ehn<br />
Ich wollte nur ganz kurz was sagen, weil eben angesprochen wurde, vorher von<br />
der Seiten, der gehörlosen Studierenden: Tutoren, etc. Das es das an der TU z.B. gibt. An der TU Wien<br />
werden Studierenden Tutoren und Tutorinnen zur Verfügung gestellt. Unabhängig ob sie jetzt gehörlos<br />
sind oder aus einem anderen Grund bei Lehrveranstaltungen nicht mitschreiben können. Die TU Wien hat<br />
sich entschlossen, sozusagen, nachdem das Projekt leider nicht durch gegeangen ist, zumindest ihren<br />
Studenten und Studentinnen die Unterstützung zu bieten, die sie brauchen. Ob uns das immer gelingt,<br />
weiss ich nicht, das können uns nur die Studierenden selber sagen und beurteilen. Was ich anbieten kann,<br />
ist, ich bin dafür auf jedenfall da. Und ganz so als Bittstellerin sehe ich mich nicht. Ich sehe<br />
mich nicht nur so als kleines Vaserl. Ich kann das eine oder das andere, gerade in dem Bereich wo es<br />
nicht gleich um Geld geht, da kann man schon einiges durchsetzen. Also, und meine Bitte auch an sie,<br />
das ist z.B. meine Kritik an den Studierenden. Ich glaub man darf auch Studierende einmal kritisieren. Dass die<br />
Studierenden selber so wenig Aktivität bis jetzt gezeigt haben und so wenig &#8230; Und immer dann kommen,<br />
wenn oft die Sachen dann schon vorbei sind. Herr Klein, da möchte ich sie ansprechen. Ich habe sie<br />
glaube ich Ende August kontaktiert, was ich jetzt für sie tun kann und im September wieder und sie<br />
haben gesagt, das ist alles noch zu früh, das hat alles noch seine Zeit. Und dann auch, wirklich an<br />
die Studierenden appellieren, tragen sie ihre Forderungen heran, tragen sie sie an mich heran. Oder<br />
tragen sie ihre Forderungen an ihren Lehrenden und an ihre Lehrende heran. Die Lehrenden wissen es<br />
nicht, ja, das stimmt. Aber ich kann ihnen von TU Seite sagen, ich weiss nicht, wir haben ein paar<br />
Gebärdendolmetscher hier, die Lehrenden von unserer Seite sind sensibilisiert. Es hat ein Schreiben<br />
an alle Lehrenden der TU Wien vom Vizerektor für Lehre gegeben, dass die Lehrenden den Bedürfnissen<br />
von behinderten Studierenden Rechnung zu tragen haben. Im Endeffekt, weil das so eine individuelle<br />
Geschichte ist, ist auch ihre Mitarbeit wirklich sehr sehr gefordert und ich bitte sie machen da weiter. Und<br />
vielleicht, ich habe es mir so überlegt als ich eingeladen wurde zu der Veranstaltung, vielleicht<br />
wäre es gut, wenn die Studierenden nicht nur an den Unis demonstrieren, sondern wenn sie einmal<br />
dorthin gehen, wo auch die Ursache liegt, nämlich z.B. in die Ministerien, in das Bundeskanzleramt.<br />
Und wirklich dort massiv ihre Forderunge deponieren. Besetzen sie einmal das Bundeskanzleramt,<br />
besetzen sie einmal das Finanzministerium. Gehen sie ins Wissenschaftsministerium, besetzen sie das.<br />
Machen sie dort ihre Forderunge kund, gehen sie denen auf die Nerven so gut sie ihnen auf die Nerven<br />
gehen können.</p>
<p>- Moderator<br />
Als nächstes wollte, glaub ich eh der David was sagen.</p>
<p>- David Klein<br />
Ja, zuerst einmal Danke für die Kritik Frau Fuhrmann. Das bringt uns im Prinzip eh zu<br />
einem interessanten Thema. Ich möchte dazu nur nur sagen, das ist korrekt. Wir haben im August<br />
gesprochen, allerdings hat&#8217;s &#8211; zum Thema Barrierefreiheit passt das wunderbar &#8211; die Informationen, die<br />
ich Frau Magister weitergeben hätte können, waren zu dieser Zeit zu den Lehrveranstaltungen, welche<br />
ich zu besuchen beabsichtigt hab, noch nicht veröffentlicht. So, d.h. das Problem ist, ich brauche<br />
zuerst konkrete Informationen. Was ist bei der Lehrveranstaltung gefordert? Dann muss ich mich mit<br />
demjenigen Professor absprechen und kann dann zielgerichtet sagen, was ich genau brauch. D.h., das<br />
kann man vorher nicht pauschal sagen, weil es wie gesagt, jedes Semester variiert. Wie gesagt, da<br />
kommt es auf viele Faktoren an. Das ist der Professor, will dieser Professor z.B. ein spezielles Buch,<br />
will er allgemeine Skripten, was liegt vor. Gut, und das ist wie gesagt ein Problem. Soviel zu der<br />
Kritik. Ein zweiter Punkt den ich anführen wollte, sind diese Mobilitätshilfen wie z.B. Blindenleit-<br />
systeme. Es wurde ja vorher angesprochen das Leitsystem an der Uni Wien. Ich bin mir nicht sicher,<br />
aber ich glaub es ist dieses Leitsystem, das aus diesen Gummistreifen besteht, wenn das das ist. Und<br />
das Tolle an diesem Ding ist, es reibt sich ziemlich gut ab, d.h. es bleibt sichtbar, ist aber mit dem<br />
Stock nicht mehr ertastbar. Sprich, es wird wertlos und das ist ein Problem. D.h. das traurige ist<br />
hier, es fliesst Geld hinein und dieses Geld wird sprichwörtlich abgerieben, das wird aufgerieben.<br />
D.h., das wollt ich nur erwähnen. Wäre es besser, man nimmt vielleicht mal die teurere Lösung, die<br />
ist dann aber permanent. Soviel dazu, danke.</p>
<p>- Moderator<br />
Der Magister Nowak hat einen kurzen Einwurf dazu.</p>
<p>- Magister Nowak<br />
Also, dieses Material wird an und für sich auf Autobahnen verwendet und soll sich<br />
nicht abreiben. Vielleicht haben Sie nur das Leitsystem gespürt auf dem Audimaxgang. Dort ist zurzeit<br />
und nicht aufgrund der Besetzungen, sondern dass dort umgebaut wird, Sand, dass es sich vielleicht<br />
dadurch ergeben könnte. Sonst ist es an und für sich sehr gut fühlbar. Ich weiss das von vielen<br />
blinden Kollegen und Kolleginnen.</p>
<p>- Moderator<br />
Dann wollt der Thomas noch was sagen, dazu.</p>
<p>- Thomas<br />
Ja also, liebe Zuhörerinnen und Zuhörer. Was sind wir? Österreich zählt zu den 10 reichsten<br />
Ländern der Welt. Aber im Thema Bildung, Integration und der sogenannten Barrierefreiheit sind wir<br />
Entwicklungsland. Und ich bin der Meinung wir können keinen Politiker ändern, ausser durch Wahlen.<br />
Wir können die Finanzierung nicht ändern, das können wir auch nicht. Aber was wir ändern können,<br />
ist unsere Einstellung. Und allein, dass in dem Raum da, ich schätze, dass nicht einmal 50 Leute<br />
anwesend sind, zeigt die Einstellung. Nämlich, die Einstellung, erstens einmal, etwas zu verändern<br />
und zweitens, die Einstellung gegenüber, ja, einfach Menschen, die besondere Bedürfnisse haben. Wenn<br />
diese gehörlose Dame sagt, Professoren haben den Gehörlosendolmetscher nicht geduldet, dann stell<br />
ich die Frage an die Universität. Wieso darf so ein Professor dozieren? Das ist grundsätzlich ist so<br />
ein Verhalten einfach überkommen. Das war vor 200 Jahr vielleicht modern, aber heutzutage ist so<br />
etwas einfach nicht mehr angemessen. Also, ich denk, wir scheren immer noch am Thema vorbei.<br />
Natürlich am unangenehmsten Thema, weil wir uns selber damit beschäftigen müssen, aber das ist unsere<br />
Einstellung und die sollten wir zuerst ändern. Bevor wir darüber reden, was wir ändern. Danke.</p>
<p>- Moderator<br />
Der Arash bitte. Und dann haben wir eine Wortmeldung aus dem Publikum.</p>
<p>- Arash<br />
Was ich noch sagen wollte, war, dass ich sehr wohl verstehe, dass Frau Fuhrmann sich teilweise<br />
alleine gelassen fühlt. Aber die Realität ist, wie sie schon selber sagte, dass sie nicht alle<br />
Probleme alleine umsetzen kann. Sie braucht Ansprechpartner, die ihr fehlen und wenn sie sich dann<br />
einsetzt und tagelang es leider ohne Ergebnis bleibt, dann entsteht auch Frust. Dann denken viele, hinter<br />
mir die Sintflut. Dann schau ich halt, dass ich schnell fertig werde mit dem Studium. Der zeitliche<br />
Druck ist bei behinderten Studierenden und chronisch Kranken um so höher als bei normalen<br />
Studierenden, die genauso unter Zeitdruck leiden und ich denke, das kommt dann auch daher. Was ich<br />
sagen will ist noch, das sehr wohl behinderte Studierende auch an den Protesten teilgenommen haben, diese<br />
sind leider nicht immer sichtbar, weil man Behinderungen auch nicht jedem sofort ansieht. Auch gehörlose Studierende waren beim Protest dabei, sind immer noch sehr aktiv. Eine Frage ist untergegangen,<br />
an Herrn Grünewald, die er mir noch beantworten wollte. Dazu, dass uns allen, auch allen Studierenden,<br />
die keine Behinderung haben, die Ansprechpartner fehlen, die ernsthaft etwas umsetzen können. Und was<br />
gedenken sie in dieser Richtung zu tun?</p>
<p>- Moderator<br />
Machen wir zuerst noch kurz die Wortmeldung und dann darf Herr Grünewald gern antworten.</p>
<p>- Publikum<br />
Okay, mich interessiert, ich weiß es nicht was Thomas, in welche Schule geht, ob eine integrative oder nicht, möchte ich sehr gerne wissen, was in Schulen sich geändert hat, weil wie gesagt, Universitäten sind halt dann später, aber Bildung beginnt ja weit weit vorn. Bitte da wenn sie können uns ein bisschen darüber informieren. Und wo eigentlich dort ihres Wissens, was sich verbessert hat, oder was dort wirklich für Probleme existieren. Danke.</p>
<p>- Moderator<br />
Okay, dann machen wir das in der Reihenfolge.</p>
<p>- Dr. Kurt Gruenewald<br />
Das waren jetzt relativ viele Fragen. Vielleicht konkret zu etwas, was Sie früher angesprochen haben. Ich weiß, dass Arbeitsgruppen oft der Methode sind, ein Problem weg zukriegen von der Politik. Man lasst die Leute debattieren, debattieren, debattieren, hört sie an, verlangt dann Konzepte, die landen dann in einer Schublade und dann ist es aus. Das passiert sogar bei Volksbegehren. Ich sehe Arbeitsgruppen nicht jetzt als Beschäftigungstherapie, sondern im Rahmen der Protestbewegung müssen die Studierenden schauen, diese Arbeitsgruppen durch die Proteste kritisch zu begleiten. Diese Arbeitsgruppen sind auch da, dass gute Ideen der Studierenden eine Quelle oder der Ursprung guter Ideen sind und die sollten dort platziert werden. Ich glaube, dass es notwendig ist, sie sollten versuchen &#8211; ich werde das vorschlagen und das wird kein Problem sein, dass Leute von ihnen auch mal im Audimax das auch vorstellen ganz konkret. Sozusagen, dass das ein Anliegen wird über Menschen mit Handicaps und besonderen Bedürfnissen hinaus, sondern Anliegen aller. Diese soziale Kompetenz der Studierenden habe ich in der Protestbewegung sehr positiv und eigentlich extrem sympathisch erlebt. Die haben dafür ein offenes Ohr. Dann sollten sie das natürlich verschriftlichen und dann auch schriftlich ans Ministerium und alle Stellen schicken, wo ich mich konkret einsetzen kann, dass bei der BIG sozusagen eine Vertrauensperson und zwar schon eine fachlich kompetente benannt wird, die Anlaufstelle für diese Beschwerden ist. Im Prinzip sollten wir ein eigenes Büro haben. Es hat ja nicht jeder Ingenieur, jeder Architekt gelernt behindertengerecht zu bauen. Wahrscheinlich ist es ja eine Sache die auch im Unterricht vielmehr, auch hier an der TU an der Architektur oder Bauingenieurwesen, vielmehr verwurzelt werden müsste, ja? Dann glaube..würde ich meinen, im Rahmen der jetzigen Debatte was an der Universitäten alles an Defiziten ist, dass wir aus der Politik, oder ich und Helene Jarmer Sorge tragen kann, dass ein Sprecher der Menschen mit besonderen Bedürfnissen, auch mal im Wissenschaftsausschuss gehört wird. Sie dürfen nicht vergessen, da sitzen Leute, die teilweise, ich meine ich sags ungern und man wird mich auch schimpfen, wenn ich das sage, aber da sitzen Leute, die teilweise keinen Tau haben über ihre Probleme, ja? Und das muss man machen, das hab ich teilweise früher versucht mit anderen Experten. Man könnte – ich komm zum Schluss. Wenn solche Arbeitsgruppen arbeiten, dann sollten das keine Statisten sein, die in die Luft hinein irgendwas produzieren, was dann keiner sieht, liest und hört. Sondern man muss letztlich schauen, dass im Parlament Gesetze beschlossen werden. Ohne Gesetze wird da nichts zu machen sein. Der Appell an das Gute und die Ehre im Menschen, den gibt’s seit Tausenden von Jahren, ja. Wir müssen schauen, dass wir da Gesetze kriegen und dass das Geld zur Verfügung gestellt wird. Nur dann, sollten sich Studierende überlegen den Druck zurückzunehmen, oder sagen wir zu reduzieren, bis dahin bitte ich Sie inständig, den Druck aufrecht zu erhalten, weil diese Chance wird sich so schnell nicht wieder ergeben. Ah, es gibt ja auch eine Behindertenanwaltsschaft, ich weiß nicht inwieweit Sie die beanspruchen können, oder diese hilfreich ist. Ich – das würde mich selber interessieren, ja? Danke.</p>
<p>- Thomas<br />
Okay, also da hat&#8217;s die Frage aus dem Publikum gegeben, wie es an meiner derzeitigen Ausbildungsstätte ausschaut. Wie mein Schulungsmodell ausschaut. Ich werde versuchen, das möglichst knackig und kurz zu beantworten und doch ausführlich. Es ist so, dass ich, dass meine Sehbehinderung progressiv ist. Das heißt, sie hat sich verschlechtert. Ich bin dadurch, ich hab eine Wirtschaftsausbildung an der Blindenschule gemacht, damit ich eben an PC meine Fähigkeiten ausbauen kann und mach jetzt meine Matura am zweiten Bildungsweg, das heißt in einer Privatschule. Ja, die Frage ist, ja integrativ natürlich also es ist keine spezielle Behinderteneinrichtung. Die Frage nach dem, was hat sich verändert, ist insofern bissl schwer zu beantworten, weil die Ausbildung zwei Jahre nur dauert. Ich kann allerdings schon einen kurzen Überblick geben über die Skripten die ich bekomme und deren Zustand. Es ist zuerst einmal die Frage überhaupt: was brauchen wir? Also Leute, die stark sehbehindert oder blind sind benötigen Unterlagen in digitaler Form. Das heißt als PDF-Dokument oder als Word-Dokument. Also auf jeden Fall digital. Diese Dokumente müssen oft eingescannt werden und da stellt sich die Frage. Erstens, wer scannt das ein? Zweitens, wer finanziert das? Und drittens, wer ist für das Ganze zuständig? Das heißt, wer koordiniert das? Wenn man dann mal nach langem Suchen und nach Schreiben an das Sozialministerium irgendwann mal die Erlaubnis hat oder irgendwann die Finanzierung hat das aufzubereiten, muss man sich selber um die Aufbereitung kümmern als Student. Die Aufbereitung war in meinem Fall sehr schleppend, ich hab teilweise die Unterlagen nach den Prüfungen erst gekriegt. Also das ist so eine Modul-Ausbildung. Und Physik-Skripten sind sehr hilfreich, wenn man sie nach der Physik-Prüfung kriegt und vor allem wenn dann statt der Formeln Fragezeichen stehen. Also die Aufbereitung war dementsprechend qualitativ nicht besonders gut. Das heißt, also mein Weg war eigentlich sehr – ich hab eigentlich sehr schnell und sehr viel Eigeninitiative ergreifen müssen, um mit meinen sehenden Kollegen mitzuhalten, was ja eigentlich immer mein Ziel war. Ja. Ich hoffe, ich habe Ihre Frage jetzt soweit beantworten können.<br />
(Thomas zu Frau in Publikum: Kommen sie nachher zu mir!)</p>
<p>- Moderator<br />
Der Arash möchte dann gerne noch was zu dem sagen vom Herr Dr. Grünewald.</p>
<p>- Arash<br />
Ich glaube, das hat sich erledigt, weil ich wollte nur anmerken, dass es mir so rübergekommen ist, dass sie gesagt haben, dass wir uns in Arbeitsgruppen zusammensetzen sollen oder so. Ich möchte nochmal herausstreichen, dass es schon sehr lange, auch von Behindertenorganisationen sehr wohl schon und sehr detailliert an Problemen gerarbeitet wurden. Auch den Politikern zugespielt wurden, die aber einfach nicht umgesetzt oder organisiert, ja – umgesetzt. Darum nochmal die Frage: Wie stehen Sie zu dieser Forderung oder wie sehen Sie das muss in der Bundes-Immobiliengesellschaft zum Beispiel eine Person, muss sie gesetzlich dazu gezwungen werden, dass Sie uns Ansprechpersonen zur Verfügung stellt, weil wir rennen von Pontius zu Pilates und keiner will zuständig sein. Weiters, ja, ich weiß nicht, ich hab das nicht sehr verfolgt. Aber zurzeit ist ja Herr Hahn als Bildungsminister &#8211; äh Wissenschaftsminister in der Schusslinie und das Thema Bildung wird nur auf Universitäten beschränkt diskutiert – sprechen die Grünen auch die Frau Bundesministerin Schmidt als Bildungsministerin, die für Schulen, für Kindergärten zuständig ist, auch an? Und wird sie bei dem jetzigen Protest auch von den Grünen irgendwie in die Pflicht genommen?</p>
<p>- Herr Dr. Grünewald (ohne Mikro schwer zu verstehen)<br />
Darf ich dazu ganz kurz..äh, es geht so auch. &#8230;das geht mir bei den Grünen auch so. Dauernd muss ich was schreiben&#8230;da verleitet einen vieles. Also ich kann mich da gut einfügen, da macht man&#8230;Kästen zurück, wo Papiere sind, die dann, für die sich keiner mehr zuständig erklärt. Die Frage ist auch, ob diese Behindertenbeauftragten der Universitäten nicht einmal, wahrscheinlich machen sie es eh, jetzt vielleicht bald, sich irgendwo in Österreich an einem Standort treffen könnten und ihre Erfahrungen oder die gravierendsten Probleme noch, vielleicht eh schon zum hundertsten Mal, aber bitte machen Sie es trotzdem noch einmal, weil man hat nichts davon, wenn die Leute sagen, ich hab das schon hundert Mal gemacht, aber morgen braucht man sie und dann hat man es nicht, ja? Das ist blöd, ja? Dann würde ich, glaube ich ist es notwendig, dass Sie so eine Art Transmissionsriemen oder einen Dolmetsch haben, der Ihnen aus diesem Dialog, Arbeitskreisen auch rückkoppelt, was sie betrifft. Oder dass eben Menschen mit besonderen Bedürfnissen hier ihre Vertreter deponieren. Da würde ich den Hahn anschreiben, das würde ich mehrgleisig fahren, den Hahn anschreiben, den Hundsdorfer anschreiben, die Behindertenanwaltsschaft und die Schmidt. Und schreiben Sie bei jedem Brief oben am Kopf dazu „Er geht abschriftlich an“, weil sonst meinen die, das krieg nur ich und wenn ich nichts tue, dann fallts eh niemandem auf. Wenn sie sehen, dass dieser Brief an eine ganze Reihe von Organisationen und Leuten geht, dann tun sie sich härter, dann würde ich Ihnen raten, noch irgendjemanden von einer Partei, auch nicht von den Grünen einzuladen. Sondern wenn, dann alle auf einen Tisch, damit die Ihnen keine Schmähs erzählen. Wo dann Zeugen dabei sind, das erzeugt dann mehr Verbindlichkeit und warum nicht dann einmal auch Medien zu so einer Runde mal einzuladen und die zu bitten medialen Druck zu machen. Nur, wir dürfen uns nichts vormachen. Es gibt auch X-Behindertenverbände, die sich alle nicht so grün sind, ja? Wenn es dann als Streit ausbricht – Groll ist gegen Gehörlose oder das oder das, dann muss, dann würde ich mir das gleich überlegen, wie man das macht, ja? Weil natürlich mit 20 Leuten wird man dort nicht aufkreuzen können. Die Arbeitsgruppen sind eh schon, muss aufpassen, dass die nicht zu diffus werden. Aber auch wir können nicht  alles allein machen. Ich habe ja auch hunderte Termine, Aufgaben, ich hab ja noch die ganzen Unis plus Gesundheispolitik. Das ist nicht bewältigbar. Wichtig ist nur, dass wir jetzt laufend kommunizieren und wenn irgendwo eine Bombe  platzt oder irgendwo etwas in Scherben geht, uns benachrichtigen. Und versuchen Sie im Audimax einen Vortrag zu bekommen, denn das geht sicher. Und der Hahn wird sich nicht trauen „Nein“ zu sagen, wenn Ihr oder Sie sich einig sind, wen man hin deligieren kann. Ja? Das wäre schon sinnvoll, vielleicht eine Behindertenbeauftragte plus jemanden aus der Vertretung Menschen mit Handicap.</p>
<p>- Moderator<br />
Ja, dann möchte die Frau Magister Fuhrmann was drauf sagen und dann die Barbara noch und dann würde ich sagen, machen wir eine kleine Fragerunde aus dem Publikum.</p>
<p>- Frau Fuhrmann-Ehn<br />
Ja, dem kann ich nur zustimmen. Was die Behindertenbeauftragten betrifft, würde ich sagen, treffen wir uns regelmäßig. Wir skypen regelmäßig. Wir geben regelmäßige – es gibt zum Beispiel von uns ein Papier, das sogenannte Mindeststandarts der Studienunterstützung, das alle wesentlichen Politiker bekommen haben, auch alle wesentlichen Politiker aller Parteien. Das im Wissenschaftsministerium bekannt ist, das den österreichischen Rektoren bekannt ist, dieses Papier. Wir haben jetzt wieder letztens eine Sitzung gehabt, das wird es wieder geben und wir haben beschlossen sobald es eine neue oder einen neuen Minister gibt, werden wir dort sein. Und wir werden uns dort nicht mehr weg drängen lassen und einfach unsere Forderungen einbringen und wenn diese Forderungen von den Studierenden unterstützt werden, dann ist es nur umso besser. Und da möchte ich auch appellieren, an das was sie grade gesagt haben, Herr Grünewald, es bringt nichts wenn da ein blinder Studierender sagt, das was man für Rollstuhlfahrer macht, das schadet dann mir. Weil es ist in der Norm so geregelt, dass auch Blinde trotzdem ihren Weg noch finden. Und der Rollstuhlfahrer ist nicht gegen Stufen, sondern ein Rollstuhlfahrer will, dass ein Aufzug da ist. Also, da muss man, muss auch die Behindertenbewegung noch sehr viel lernen, dass sie sich wirklich sozusagen zusammenschließt und was tut. Weil sie gerade gesagt haben Medien. Ich habe verzweifelt versucht, dass eines der prominentesten Behindertenmedien, das es gibt, nämlich das BIZEPS, mich dabei unterstützt ein bisschen auf die BIG Druck zu machen, ja? Da hat man mir gesagt, naja, das ist ein Universitätsproblem. Es gibt so wenige behinderte Studierende, das interessiert die anderen behinderten Personen nicht. Also, ich glaube da ist es wirklich notwendig, dass man an einem Strang zieht und wirklich für sich das hinein reklamiert und für die einzelnen Behinderungsformen sind dann halt bestimmte Leute zuständig, die dort das ihre sagen. Aber es geht da mal wirklich um Grundsätze und es geht darum, dass der österreichische Staat, der österreichische Staat bekennt sich zu den gesellschaftlichen Gleichstellungen von behinderten Menschen in allen Lebensbereichen. Und es geht darum, und ich glaube Ihnen schon, dass Politiker sehr viel zu tun haben und überbeschäftigt sind, nur glaube ich trotzdem, dass es die Verantwortung von Politikerinnen und Politikern ist, Dinge umzusetzen. Und ja, da kann ich nur immer appellieren. Das ist ja schön, wenn da jetzt so ein Bewusstsein besteht und wenn man damit auch unsere Arbeit unterstützt, ja? Also das würde ich mir sehr wünschen, ich würd mir sehr wünschen zum Beispiel, mit dieser Arbeitsgruppe &#8220;Barrierefrei Studieren&#8221; in Kontakt zu bleiben und dass wir Sie vielleicht auch mal einladen zu unserem Treffen. Wir haben ein halbjähriges Treffen der Behindertenbeauftragten. Und dass es da wirklich Kontakte gibt und dass daraus wirklich was entsteht und dass da wirklich ein Druck entsteht, der, der dann Veränderungen beitragen..bewirken muss. Danke.</p>
<p>- Publikum klopft auf die Tische -</p>
<p>- Moderator<br />
Barbara bitte.</p>
<p>- Barbara<br />
Ich möchte noch dazu sagen, also auch in dem Arbeitskreis im Wissenschafsministerium da haben wir schon seit einigen Jahren viel gemacht.  Wir haben auch schon verschiedene Experten dabei – Gehörlose auch vom Bundesministerium, vom Unterrichtsministerium, vom Wissenschaftsministerium. Wir haben uns da schon oft getroffen. Wir haben Projekte gemacht, auch ein Projekt  für gehörlose Studierende. Das Projekt heißt &#8220;Erfolgreich Studieren&#8221;, aber bis jetzt ist nichts gemacht. Jeder hat sich sozusagen abgeputzt. Meiner Meinung nach darf das nicht so sein, dass jeder sagt dort und dort ist wer zutändig, und es wird immer weitergeleitet, dass möchte ich nicht so akzeptieren.  Also für Gehörlose gibt es eben viele Bereiche, wo sie Barrieren erleben. Also zum Beispiel andere Behinderungen haben eben zum Beispiel eben das Problem der Barrieren in Häusern, aber bei Gehörlosen ist es anders. Es ist einfach ein Bildungsdefizit da. Ich möchte auch noch dazu sagen, es gibt schon seit sechs Jahren einen Studentenverein. Und es gibt aber auch andere Gruppen, wo Behinderte sich engagieren, da bin ich auch sehr froh, dass sich das erweitert und dass wir da auch zusammen etwas machen können. Aber ein ganz wichtiges Thema möchte ich noch dazu sagen, die Zugangsbeschränkungen – also diese STEPs, die von der Regierung vorgegeben sind und diese Zugangsbeschränkungen, das ist wirklich eine Diskriminierung für behinderte Personen. Zum Beispiel dürfen Gehörlose keine Lehrer werden. Da sind natürlich auch andere Behinderungen betroffen. Also das ist absolut nicht gerecht, meiner Meinung nach. Und diese STEPs, die sind für  behinderte Studierende wirklich eine große Belastung, weil..Kennt ihr diese STEPs und diese STEPs sollen weg sein, das verlangen wir. Also für Behinderte ist das eine starke Diskriminierung, das ist eine große Belastung für uns, weil wir da schnell durchgeschleust werden. Das wollte ich noch dazu sagen.</p>
<p>- Moderator<br />
Ok, dann machen wir eine kurze Fragerunde aus dem Publikum. Wir haben ungefähr 10 Minuten Zeit. Da haben wir gleich die erste Wortmeldung.</p>
<p>-Publikum<br />
Ja hallo ich bin der Flo auch von der Arbeitsgruppe &#8220;Uni Barriere&#8221; frei und ich möchte bezug nehmen auf das was der Herr Dr. Grünwald erwähnt hat. Es ist wichtig das man Aktionen setzt und sich gemeinschaftlich&#8230;äh&#8230; einen Forderungskatalog formuliert und diesen dann vorträgt. Das Problem ist aber wie wir auch schon beim VÖGS gesehen haben, das es sehr oft ein Windmühlenkampf ist und das sich die Verantwortlichen dafür einfach sehr oft abputzen. Deswegen wäre wichtig&#8230;ähm&#8230;vielleicht so etwas wie &#8230;äh&#8230; Spione oder irgendwie Leute in der Politik zu haben an die man sich wenden kann und die das dann eine ebene höher vorbringen können. Den Vorschlag finde ich ausgezeichnet, das man zusammen mit dem Behindertenbeauftragten zusammensetzt ich denke das nur in diese Richtung was passieren kann und &#8230;ähm&#8230; ich weiß gar nicht wo die Interessenvertretungen beispielsweise für die RollstuhlfahrerInnen oder auch für die Blinden sind. So stark wie es beispielsweise der föx ist und wie stark er sich repräsentiert. Das kann man sich bei den anderen Interessensvertretungen nur wünschen. Und vielleicht könnte man auch dann in diese Richtung weiter Arbeiten und schauen was man für die einzelnen Bedürfnisse auch hier sozusagen eine gute Interessenvertretung schafft, damit man da auch so etwas wie eine Art wie Lobbying Arbeit machen kann. Weil ich glaub nur dadurch fühlen sich also ich glaub nur dadurch hat es die Chance akzeptiert zu werden in der Politik. ja. Und genau eine Sache möchte ich noch sagen &#8230;ähm&#8230; weil sie dann erwähnt haben naja wenn wir das dann sammeln können wir doch neue Gesetze formulieren. Oder dadurch ergibt sich dann die Möglichkeit Gesetze zu verändern. Ich frage mich warum man die bestehenden Gesetze nicht einfach wahrnimmt und &#8230;ähm&#8230; Und die vielleicht verstärkt wo es eher mangelt. Beispielsweise das Bundesbehindertengleichstellungsgesetz .. ähm&#8230; wer sich mit der Materie auskennt wird vielleicht wissen das &#8230;ähm&#8230; bei dem Bundesbehindertengleichstellungsgesetz kein Rechtsanspruch besteht, ja. Es ist ganz allein äh eigentlich ist es ein äh Schadensersatzgesetz. Das bedeutet ich kann wenn ich diskriminiert werde  nur auf Schadenersatz klagen und das ist in meinen Augen eine äh&#8230; äh&#8230; Frechheit sondergleichen. Wie eine Lappalie oder aber die UN-Behindertenkonvention ist konkret ausformuliert Österreich ist ein Staat der diese Konvention formuliert hat äh ratifizieret hat Entschuldigung. Warum tut sich da nix. Die erste..äh&#8230;das erste monitoring ist jetzt durchgegangen. Höchstwahrscheinlich wird Österreich einen auf den Deckel kriegen aber es ist wird bei einer Verwarnung bleiben. Ich frage mich warum. Hier gibt es die Grundlage. Warum nimmt man sie nicht wahr. Und da gäbe es ja wohl auch die Möglichkeit sich im Parlament dafür stark zu machen.</p>
<p>-Moderator<br />
Will darauf jetzt wer aus dem Podium direkt was sagen, ja, ok?</p>
<p>- Dr. Kurt Gruenewald<br />
Ich möchte da kurz was sagen. Das ist richtig. Es werden in Österreich regelmäßig Gesetze beschlossen die nicht umgesetzt werden. Arbeitszeitgesetz für Gesundheitsberufe in Spitälern und vieles andere auch. Das stimmt, da muss man Druck machen. Da ist Lobbyismus zu wenig man braucht natürlich &#8230; man kann ein Populentenkommitee aus besonders populären oder berühmten Persönlichkeiten bilden. Da arbeitet man auf emotionaler Ebene und das hilft ein bissel was. Aber meine traurige Erfahrung ist das Politik vielfach erst auf Druck reagiert. Oder wenn es zu peinlich für sie wird. Das ist traurig oder aber wahr. Man kann anbieten parlamentarische Enquette. Das ist auch vielfach eine Alibi-Aktion. Da dürfen dann viele reden, experten werden geladen, die abgeordneten schreiben mit sofern sie nicht einschlafe, melden sich hin und wieder zu Wort und dann wird im Parlament erst einmal drüber diskutiert. Ja auch vielleicht in den Ausschüssen. Ähm..sie müssen es schaffen die Regierungsparteien ins Boot zu holen. Es ist so, wenn von der Opposition was kommt und sei es das Beste, ja, wird halt vielfach mit einem reflektorischen nein geantwortet. Kann mich erinnern im Hospiz und Palientativ hab ich etwas zu Wege gebracht, das hat ein Jahr gedauert bis ein Antrag von mir von allen Parteien akzeptiert wurde. Ja, aber wir sollten es probieren. Es gibt als tipp noch im Wissenschaftsressort eine Studierendenanwaltschaft, die leider auch nicht ganz weisungsfrei ist, aber mit einem sehr symphytischen und couragierten und mutigen Ministerialrat besetzt ist, der heißt Josef, also Ministerialrat Josef Leidenfrost. Ja?&#8230;  äh. Der weiß zwar auch nicht mehr wie er mit seiner Arbeit zu Recht kommt und pfeift aus dem letzten Loch, aber trotzdem, aufgrund seines Charakters würde ich ihnen raten mit ihm kontakt aufzunehmen. Und man muss schauen das auch so ne Anwartschaften gestärkt werden. Der kriegt Zuschriften und Interventionen von allen 21 Universitäten Österreichs und der hat 2 Mitarbeiter im Büro sitzen sie können sich das vorstellen was das für ein Leben ist, nämlich keines mehr. Ja? Da muss man was tun. Äh&#8230;Es gibt zum Beispiel die Patientenrechte in äh Patient_innenrechte in Österreich sind Rechte die nicht einklagbar sind. Das muss man wissen. Das heißt ich kann schon bestehende Gesetze in Österreich hernehmen doch dann muss es ein Recht sein nicht nur ein Appell. (Akustisch nicht verstanden) Also Kind Mutter Aufnahme im Krankenhaus steht überall bei patientenrechten, aber drunter steht nur nach Maßgabe der räumlichen Möglichkeiten, nagut wenn ein Krankenhaus das nicht will dann hat es keine Räume. Und ja stetiger Tropfen höhlt den Stein. Versuchen sie ein parlamentarischen&#8230;ich mein da muss man mehr gleisig fahren. Versuchen sie einen parlamentarischen Enquette, kann man machen, aber jede Partei holt danach den Proporz ihrer ihnen Genehemen Experten, ja? Und meistens sehr viel Bewegung kommt dadurch nicht. Aber das mit medialen Druck mit dem Studiereden Anwalt und ich schau das man sie mal in den Wissenschaftsausschuss einladet, ja? Oder sie laden die Mitglieder des Wissenschaftsausschuss mal &#8230;ja noch gescheiter, wenn sie halbjährige Meetings haben, dass sie sagen, ja ok, die Wissenschaftssprecher der Parteien sollen dazu kommen, oder sie regen an das sie mal das sie mal vorsprechen im Wissenschaftsausschuss ich mein ich unterstütz das mit 100% Sicherheit. Also ein bisschen Networking ist gut, aber gebens ruhig Gas.</p>
<p>- Moderator<br />
Gibt es dazu noch Wortmeldungen aus dem Podium oder gibt es Fragen aus dem Plenum? OK.</p>
<p>- Mag. Marlene Fuhrmann<br />
Ich finde es ein bisschen schade. Es sitzen einige TU-Studierende da. Also ich würd mich freuen wenn die z.B. einfach mal sagen, ich mein wir sind immer im Gespräch wir haben &#8230; Ich mein es ist doch was anderes wenn man mit mir redet wenn man explizit was braucht oder, als wenn man das so allgemein sieht. Mich würde interessieren das die Tu-Studierenden die hier sitzen ihre Erfahrungen ein bissel wiedergeben. Publikum?</p>
<p>- Moderator<br />
Wollts ihr was dazu sagen?</p>
<p>- Publikum<br />
Es gibt in den Hörsälen zwar Plätze für Rollstuhlfahrer und Rollstuhlfahrerinnen, aber die sind oftmals so weit hinten, dass es für z.B. Mehrfachbehinderte oftmals schwer ist die Lehrveranstaltungsleiter_in zu verstehen. Und das z.B. an dem Behindertenklo der TU ist eine Stufe vorhanden. Die Frage ist wie man sowas bauen kann, also wie man ein Behindertenklo mit einer Stufe bauen kann.</p>
<p>- Moderator<br />
Ok, will darauf wer antworten aus dem Podium oder gibt es noch mehr irgendwas Habs ich da wen übersehen</p>
<p>- Publikum<br />
Ich möchte kurz meine Erfahrungen von der TU als Student erzählen. Ich habe  mich schon ein paarmal mit der Frau Fuhrmann getroffen und die Beratung ist eigentlich sehr gut verlaufen. Mit der Behindertenbeauftragten war eigentlich ein sehr gutes Gefühl für mich. Also auch die Organisation..ähm&#8230;Aber die Organisation für Dolmetscher oder Assistenz das muss ich mir alles selber machen. Und das ist für mich schon eine sehr große Belastung. Ich muss mit den Dolmetschern korrespondieren, E-Mails schreiben &#8220;können sie das machen&#8221; mit den Organisatoren mit der Lehrveranstaltung. Also das muss ich alles selber machen und das ist sehr viel Arbeit. Also auch früher wie ich in der Schule war da musste ich mir das alles selber machen und jetzt mit dem Studium wie lange ich das noch weiter machen muss ist die Frage. Mit den Tutoren die Zusammenarbeit das hilft und das ist wirklich super. Die Kommunikation ist natürlich manchmal sehr schwierig weil sie natürlich nicht Gebärdensprachenkompetent sind, mit schreiben das funktioniert ganz gut und das ich das dann zuhause lese. Aber der Austausch in der Gruppe das ist leider nicht voll möglich. Manchmal verstehe ich etwas aber ganz genau der ganze Inhalt da fehlt dann oft etwas. Also mit den Tutoren da hab ich schon viele positive Erfahrungen aber Perfekt ist es bei weitem noch nicht.</p>
<p>- Moderator<br />
Will sonst noch wer was zu den Forderungen sagen oder hat noch irgendwer andere Anmerkungen?<br />
Gut dann tät ich die Anwesenden bitten kurz ein paar abschließende Worte an die Runde zu richten. Und ich tät mal sagen wir machen das andersherum wie bei der Einleitung und fangen dieses Mal beim Thomas an.</p>
<p>- Thomas<br />
Ja, das ist ja nett, super. Äh und zwar also ich denk mir grundsätzlich es ist mit der Stufe auf dem Behindertenklo das ist eine neue Pointe die ich noch nicht gehört habe das finde ich echt gut, das werde ich in mein Repertoire aufnehmen. Ich denk mir das sind einfach diese Dinge typisch für unsere Gegend, wie vorher schon gesagt wurde, ich glaube es war Japan, also ich bin auch schon sehr in vielen Ländern gewesen und ich muss sagen Österreich ist in Punkto Integration und Beachtung anderer Bedürfnisse wirklich sehr weit hinten. Das betrifft auch sehr viele Leute im Privaten Bereich. Ich würd da auch gar nicht nur die Professoren ansprechen und als schlussfrage eigentlich. Ich frag mich eigentlich jetzt wie geht es weiter. Ich mein wir haben jetzt da nett diskutiert wir haben jetzt Probleme vorgetragen. Aber wie&#8230;wie soll es weiter gehen. Ich mein das wird mir jetzt keiner so kurz beantworteten können. Ich mein wahrscheinlich wissen wir es alle selber nicht, ja? Aber das ist einfach, denk ich, die Frage, wie zieht man es jetzt durch, weiter? Wie setzt man es jetzt in die Tat um, weil die Probleme scheinen jetzt evident zu sein. Auf jeden Fall danke das ich eingeladen würden bin und es war recht nett.</p>
<p>- Publikum klopft applaudierend auf die Tische -</p>
<p>- David<br />
Ich möchte mich dem anschließen und möchte noch sagen, dass man irgendwie das Gefühl hat, dass Behinderung zunehmend aus der Öffentlichkeit verdrängt wird. Das war früher vielleicht noch präsenter. Nehmen wir die Kriegsversehrten, so ist übrigens der Sehbehindertenverband entstanden. Das heißt, dass es aus der Alltagserfahrung &#8220;normaler&#8221; Menschen immer mehr verschwindet. Das heißt, die medizinische Diagnostik verbessert sich, hier gibt es immer mehr Möglichkeiten, das heißt, es kommt zu einer extremen Verdrängung. Ich meine, es ist zum Beispiel Faktum, dass Sehbehinderten und Blinden &#8211; und das ist jetzt keine Geschichte aus dem Gruselkabinett; nur um zu illustrieren &#8211; es ist nämlich so, dass immer mehr bei behinderten Kindern, auch wenn nur ein Verdacht besteht, generell zu einer Abtreibung geraten wird. Das heißt, wir haben eine zunehmende Verdrängung in einen Bereich „Behinderung darf nicht sein”, in dem Behinderung als störend, anstatt als Herausforderung angesehen wird. Dieser Frage müssen wir uns stellen. Danke sehr!</p>
<p>- Publikum klopft applaudierend auf die Tische -</p>
<p>- Mag. Marlene Fuhrmann-Ehn<br />
Ja, ich möchte mich auch ganz herzlich bedanken, dass ich eingeladen worden bin. Ich kann aus meiner Sicht nur sagen, dass an Unis viele Dinge passiert sind und an Unis passieren. Ich kann nur wiederholen, weil vorher die Frage aufgekommen ist aus dem Publikum, wie es denn in Schulen ist, die Universitäten sind die einzelnen[?] Bildungseinrichtungen in Östereich, die nicht nach Behinderung fragen. Jeder, der die Matura oder eine Studienberechtigung hat, kann studieren. Dass da noch viel passieren muss, das weiß ich, das wissen auch die anderen Behindertenbeauftragten. Wir wissen auch, dass wir mit unserer Arbeit &#8211; wir sind lauter Einzelkämpfer_innen an den Unis &#8211; wir sind mit unserem Tagesgeschäft so &#8230; es ist so eine Menge, dass wir&#8230; Ich zum Beispiel versuche meine Arbeit so zu gestalten, dass ich den behinderten Studierenden hier an der TU ein möglichst barrierefreies Umfeld zu geben, so gut ich das kann. Das da noch sehr viel fehlt, das ist mir absolut klar und das ist auch allen anderen absolut klar. Und diese Proteste sind ja nicht entstanden, weil die behinderten Studierenden so Nachteile haben, sondern weil Studierende an den Universitaeten generell sozusagen, nicht die Position haben, die ihnen eigentlich zusteht. Und bei behinderten Studierenden potenziert sich das dann. Und zur Frage &#8211; Wie kann es da weitergehen? Da kann ich sie nur bitten, bleiben sie da dran. Unsere Unterstuetzung und mit unsere meine ich mich und andere Behindertenbeauftragten.  haben sie. Meine Tuer ist offen. Zu mir kann jeder kommen, der will. Um so mehr Ideen, um so mehr Forderungen mit denen sie an mich herantreten, um so mehr kann versuchen, um so mehrich tun. Und eine weitere Bitte, ist eh schon oft gesagt worden &#8211; wirklich Druck machen, wirklich Druck machen auf die Politik.</p>
<p>- Publikum klopft applaudierend auf die Tische -</p>
<p>- Mag. Marlene Fuhrmann-Ehn<br />
Bitte, ich habe Sie nicht verstanden. Tut mir leid. Ich habe nicht alles akustisch verstanden.</p>
<p>- Publikum<br />
Ja, die Universitaeten fragen nicht nach Behinderung, aber es gibt schon genug Universitaeten, die in irgendeiner Art und Weise verhindern, dass die Behinderten drin studieren. Alleine, weiss ich schon, jetzt weiss ich nicht, ob in den letzten Jahren sich etwas geaendert hat. Aber WU hatte nicht einmal einen Behindertenbeauftragten, und da gibt es grosse Probleme. Nicht einmal nur das, viele Universitaeten gibt es.</p>
<p>- Mag. Marlene Fuhrmann-Ehn<br />
Ich kann Ihnen eine erfreuliche Nachricht sagen, es gibt an der WU eine Behindertenbeauftragte, das ist die Frau Hofrätin De Pellegrin. Dass die Wu vom Zugang her eine Katastrophe ist, das ist mir leider bekannt, da kann ich leider nichts sagen. Grundsätzlich ist es Gesetzlich so, dass behinderte Studierende studieren dürfen, unabhängig von ihrer Behinderung. Weil sie haben vorher die Frage gestellt:  Wie schaut es in den Schulen aus? In den Schulen ist es nicht so. In den Schulen gibt es zwar Gesetze, aber da kann noch immer der individuelle Direktor oder die individuelle Lehrerin entscheiden, ob sie eine Schüler oder Schülerin  haben will oder nicht. Es ist schon ein Unterschied und ich denke, das ist ein wesentlicher Punkt, dass das so ist. Und wie es weiter gehen kann. Es kann nur wie vorher schon gesagt, Druck machen, mitarbeiten. Ich fordere sie wirklich zur Mitarbeit auf. Ich werde bei unserem nächsten  Uni-Ability-Treffen(???), das im Frühjahr stattfinden wird, bitten, dass Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner von ihrer Gruppe zu uns kommen. Ich möchte sie herzlich dazu einladen und das sie da mitarbeiten.</p>
<p>- Wolfgang Nowak<br />
Ja, auch herzlichen Dank für die Einladung. Vielleicht kurz zur WU, es soll ja ein Neubau, eine neue WU gebaut werden. Ja, die Hoffnung, dass die dann barrierefrei ist, das wird man dann sehen. Ja, um vielleicht kein neues Feld aufzubauen. Eine Hoffnung ist ja die, der medizinische Fortschritt schreitet voran, die Bevölkerung wird zum Glück älter und so kann man hoffen, dass hier auch nachgezogen wird. Das einfach die Zugänglichkeiten von Menschen mit besonderen Bedürfnissen und wenn man das allumfassend begreift, dass das dann auch gegeben wird auch in Österreich. Ja, ich glaub die UN-Konvention, ist schon öfters angesprochen worden, ist natürlich hier ein großer Schritt gewesen. Jetzt geht es darum, dass hier auch umzusetzen. Danke schön.<br />
(Publikum klopft auf die Tische)</p>
<p>- Moderator<br />
Machen wir die Abschlussrunde noch fertig und dann möchte der Thomas noch gern auf die Frage der Dame aus dem Publikum antworten.</p>
<p>- Arash<br />
Bin ich jetzt dran? OK! Jetzt habe ich den Faden verloren. Ja, meine Hoffnung ist, dass es allen bewusst ist, dass Barrierefreiheit kein Behindertenthema ist, kein reines Behindertenproblem. Es gibt sehr viele Mütter, Eltern, Onkels, die behinderte Personen oder chronisch Kranke in der Familie haben, die sie zu pflegen haben. Und ja mit vollem Herzen und mit vollen Einsatz für diese Personen die Pflege übernehmen. Sie in ihrem Lebensweg unterstützen und diese Personen sind dann selber vom Arbeitsmarkt oder vom Bildungssystem ausgeschlossen, weil sie mit diesem Thema allein gelassen werden. Und zum Thema Eingangshürden oder Studienbeschränkungen, was Barbara erwähnt hat. Ja, es ist schön, wenn man das Faktische oder quasi ein Recht hat, ein Lippenbekenntnis, ja Barrierefreiheit oder Bildung für alle, aber die Rahmenbedingungen nicht schafft. Z.B. die Studierendenvertretung Astronomie hat uns berichtet, dass ihr Institut in einem denkmalgeschützten Gebäude ist, wo die verantwortlichen Leute sich oftmals hinsetzen und sagen: Wir können nichts machen, das Gebäude ist denkmalgeschützt. Was ich halt .. sowas ist mir auch schon einmal untergekommen, wo ich dann sehr engagierte Leute kennen gelernt habe. Die einfach Köpfchen bewiesen haben und Barrierefreiheit und Denkmalschutz unter einen Hut gebracht haben. An dieser Stelle nochmal ein herzliches Danke. Und was ich noch sagen wollte, ist, ja, mein Abschlusswort: Behindert ist man nicht, behindert wird man. Danke.<br />
(Publikum klopft auf die Tische) Danke.</p>
<p>- Moderator<br />
Barbara.</p>
<p>- Barbara<br />
Ich möchte mich auch ganz herzlich für die Einladung bedanken. Also, international gibt es schon viele Zentralen und Beratungsstellen, die schon viel Erfahrung haben, z.B. in Schweden, England. Auch an vielen Universitäten, z.B. in Schweden, gibt es Beratungsstellen für 600 gehörlose Studierende in Schweden z.B., aber in Österreich sind es ganz wenige Personen. Also, ich finde es ganz wichtig, dass man da auch Veränderungen macht, dass man Leute unterstützt und fordert, dass es auch in Österreich mehr und mehr Studierende gibt. So etwas können wir erreichen, wenn unsere Forderungen umgesetzt werden. Und bitte, diese Arbeitsgruppen, ich bitte auch dabei zu bleiben, bei den Arbeitsgruppen da auch initiativ zu sein und bei den Aktionstagen auch aufzuzeigen, die Forderungen. Ich finde es auch wichtig, dass unsere Forderungen bei den allgemeinen Forderungen der Studenten dabei sind. Das von allen Arbeitsgruppen die Forderungen sozusagen zusammen auf ein Papier geschrieben werden. Und ich finde es auch wichtig, dass wir uns mit den anderen treffen und austauschen. Und ich hoffe auch, dass wir mit der Frau Magister Helene Jarmer und mit dem Herrn Dr. Grünewald, dass wir da auch zusammen arbeiten können, um mehr Lobbying für unsere Situation, für unsere Forderungen zu bekommen. Und das wir auch da eine Unterstützung aufbauen können und mit ihnen rechnen können. Danke.<br />
(Publikum klopft auf die Tische)</p>
<p>- Dr. Kurt Grünewald<br />
Ich bedanke mich natürlich auch. Es war wichtig für mich, dass ich das so unmittelbar wieder erleben konnte. Fairer Weise wird man sagen müssen, damit man nicht völlig in Depressionen versinkt. Es ist in den letzten 10, 20, 30 Jahren schon irgendwo etwas geschehen, dass muss man anerkennen. Trotzdem sind es noch Meilen bis zu einer barrierefreien Gesellschaft, so wie sie und wir uns das wünschen. D.h. ich versteh sie gut, dass sie sich im Leben an der Universität und auch wahrscheinlich draußen oft nicht nur behindert , sondern auch gehindert fühlen, das zu tun wozu sie im Prinzip in der Lage wären. Ich weiß, dass sowas weh tut, dass sowas wütend macht und ärgert. Und das man ungeduldig wird, da habe ich sehr viel Verständnis. Daher ist es notwendig, dass wir uns alle immer wieder treffen, weil auch wir sind oft wütend, traurig und sauer, weil nichts passiert. Das ist nicht lustig. Und daher ist es einfach klug, sich hin und wieder zu treffen, Mut zu machen, das zu diskutieren und das Gefühl zu haben, man ist nicht ganz allein, es gibt auch andere und so weiter, ja. Und dann sollte man sich vielleicht Prioritäten setzten und Stufenpläne, Zeitpläne, damit man auch zu Erfolgserlebenissen kommt. Das Paradies so mit der Hand vom Himmel zu holen, ist ein längeres Unterfangen, aber, wenn ich mir Ziele setze. Wo man sagen kann, dass haben wir geschafft, nun kommt das Nächste. Wir machen Druck. Dann kann das was bringen. Ein Tipp dazu, was die Regierung am ehesten noch versteht, sind Konjunkturpakete, Wirtschaft in Schwung bringen. Wir haben damals ja immer gefordert, ein Konjunkturpaket Universitäten. Das ist nicht gelungen, aber Konjunkturpaket Baubranche haben die Universitäten schon vor Jahren interveniert und man hat eine erste Tranche zu 500 Millionen Euro bewilligt bekommen, ja. Das sind nur 18 Projekte der desolatesten, der wichtigsten Gebäude, die sanierungsbedürftig sind und überhaupt einen Neubau brauchen. Das ließe sich ausbauen und hier könnte man gegebenenfalls einen Vorstoß machen und eine zweite Tranche mit 200, 300, 400 Millionen Euro zu finanzieren. Und dann müssten sie sich einbringen, dass hier von diesen Geldern ein guter Teil oder ein signifikanter teil für barrierefreie Sanierungen geleistet wird. Das lasst sich schon ausverhandeln. Und zum Schluss noch einmal, versuchen sie sich wirklich mit diesen Dialogarbeitsgruppen mit der ÖH und den Audimaxleuten zu koordinieren und sich da einzuklinken. Ich halte das für eine Chance. Wir würden uns dann auch immer wieder sehen und wenn zweimal im Jahr, die Behindertenbeauftragten Österreichs sich treffen und sie daran denken, dann geben wir der Politik eine Stunde Chance und Zeit und bearbeiten wir sie notfalls mit intellektuellen Prügeln. Ja, dann kann das auch nicht schaden und bleiben in Kontakt. Jedes mal wenn ich solche Sachen erlebe wie heut, dann geh ich mit einem schlechten Gewissen raus, weil ich genau weiß, es gibt 100 Dinge zu tun, die ich nicht tun kann. Weil die 100 andere Gruppen, 100 andere Probleme auch da sind. D.h. ohne Vernetzung wird nix passieren und darum bitte ich sie das auch einfach zu tun. Danke</p>
<p>- Publikum klopft auf die Tische -</p>
<p>- Moderator<br />
Gut, dann wollt der Thomas noch was sagen zu der Frage aus dem Publikum.</p>
<p>- Thomas<br />
Ja nachdem die Schlussrunde schon war, will ich da jetzt nicht wieder ein neues Gespräch aufwerfen, weil eigentlich, die Sache ist beendet. Ich möchte die Frage ganz einfach und kurz beantworten. Offiziell, gesetzlich ist es natürlich erlaubt. Sie können alles studieren, was sie wollen. Praktisch kann ich nur aus dem Persönlichen sagen, hab ich schon die Erfahrungen gemacht, das Studierenden verboten wird, aber doch durch gewisse Verhalten &#8230; ich rede jetzt nicht von Wien, also bitte, nicht das sich hier jemand gleich angegriffen fühlt. Von anderen Universitäten habe ich durch aus schon die Erfahrung gemacht, dass es zumindest verleidet wird durch das Verhalten wie die Universität einem begegnet. Also Zitat: Jus, Jura ist kein Blindenstudium, da es ein Lesestudium ist. Als ich gefragt hab, was kein Lesestudium ist? War es aus, weil es natürlich kein Argument ist. Aber. Offiziell natürlich, inoffiziell, also Praxis kann es schon Probleme geben, ja. Tschuldigung, Tschuldigung, dass ich nach der Schlussrunde noch&#8230;, aber ich habe mir gedacht&#8230; ich will da keinen angreifen. Es ist jetzt nur eine eigene Erfahrung gewesen.</p>
<p>- Moderator<br />
Dann möchte ich mich bei den Diskutanten sehr herzlich bedanken, dass sie heute da waren. Und ich möchte mich auch sehr herzlich bei unserer freiwilligen Dolmetscherinnen bedanken, dass sie uns unterstützt haben. Und ich möchte mich auch beim Publikum bedanken, das so interessiert zugehört hat und Frage gestellt habt. Und&#8230; Danke. Ich möchte das Ganze dann gern abschließen. Und wenn die Leute noch miteinander diskutieren wollen, dann können wir uns sicher im Anschluss gern da draußen treffen. Danke</p>
<p>-Ende- 02h03m31s</p>
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		<title>Punschtrinken mit den ÖGS-Dolmetscher_innen aus Wien</title>
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		<pubDate>Sat, 12 Dec 2009 16:03:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Barbara Hager</dc:creator>
				<category><![CDATA[2009]]></category>
		<category><![CDATA[Termine WS 09/10]]></category>

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		<description><![CDATA[Liebe gehörlose FreundInnen, liebe KundInnen! Die DolmetscherInnen in Wien treffen sich jedes Jahr vor Weihnachten zum Punschtrinken. Heuer wollen wir euch gerne dabei haben und uns gemeinsam beim Christkindlmarkt am Karlsplatz treffen. Wir können es uns leider nicht leisten alle auf einen Punsch einzuladen, trotzdem würden wir uns auf ein gemeinsames Punschtrinken freuen. WO: Karlsplatz, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.voegs.at/voegs/wp-content/uploads/2009/12/oegsdvLogo1.JPG" rel="lightbox"><img src="http://www.voegs.at/voegs/wp-content/uploads/2009/12/oegsdvLogo1-128x80.jpg" alt="oegsdvLogo1" title="oegsdvLogo1" width="128" height="80" class="alignleft size-thumbnail wp-image-2113" /></a>Liebe gehörlose FreundInnen, liebe KundInnen!</p>
<p>Die DolmetscherInnen in Wien treffen sich jedes Jahr vor Weihnachten zum Punschtrinken. Heuer wollen wir euch gerne dabei haben und uns gemeinsam beim Christkindlmarkt am Karlsplatz treffen.<br />
Wir können es uns leider nicht leisten alle auf einen Punsch einzuladen, trotzdem würden wir uns auf ein gemeinsames Punschtrinken freuen.</p>
<p>WO: Karlsplatz, beim Punschstand &#8220;Wärmespender&#8221;<br />
WANN: Donnerstag 17.12.09 um 19 Uhr<span id="more-2104"></span></p>
<p>Sabine Schmid<br />
(ÖGSDV BundeslandvertreterIn Wien)</p>
<p><a href="http://www.voegs.at/voegs/wp-content/uploads/2009/12/Lageplan_weihnachtsmarkt.jpg" rel="lightbox"><img src="http://www.voegs.at/voegs/wp-content/uploads/2009/12/Lageplan_weihnachtsmarkt-400x400.jpg" alt="Lageplan_weihnachtsmarkt" title="Lageplan_weihnachtsmarkt" width="400" height="400" class="aligncenter size-medium wp-image-2114" /></a>
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		<title>Bericht über das Meeting &#8220;Barrierefreie ÖH-Wahlen&#8221;</title>
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		<pubDate>Fri, 04 Dec 2009 20:18:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Barbara Hager</dc:creator>
				<category><![CDATA[2009]]></category>
		<category><![CDATA[Berichte & Fotos]]></category>
		<category><![CDATA[Videos]]></category>

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		<description><![CDATA[Transkription: Heute ist der zweite Dezember 2009. Der VÖGS ist nach Salzburg gefahren, um an einem vom Wissenschaftsministerium initiierten Gespräch zum Thema &#8220;Barrierefreie ÖH-Wahlen&#8221; teilzunehmen. Viele verschiedene Uni-Vertreter_innen &#8211; unter anderem auch Behindertenbeauftragte und die Uniability &#8211; waren dabei. Die Gesprächsthemen und Vorträge reichten von der Benutzung von Schablonen (Screen Reader) für blinde Menschen bei [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><object width="425" height="344"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/gtYGNUuDx78&#038;hl=en_US&#038;fs=1&#038;"></param><param name="allowFullScreen" value="true"></param><param name="allowscriptaccess" value="always"></param><embed src="http://www.youtube.com/v/gtYGNUuDx78&#038;hl=en_US&#038;fs=1&#038;" type="application/x-shockwave-flash" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true" width="425" height="344"></embed></object></p>
<p>Transkription:<span id="more-2091"></span><br />
Heute ist der zweite Dezember 2009. Der VÖGS ist nach Salzburg gefahren, um an einem vom Wissenschaftsministerium initiierten Gespräch zum Thema &#8220;Barrierefreie ÖH-Wahlen&#8221; teilzunehmen. Viele verschiedene Uni-Vertreter_innen &#8211; unter anderem auch Behindertenbeauftragte und die Uniability &#8211; waren dabei.</p>
<p>Die Gesprächsthemen und Vorträge reichten von der Benutzung von Schablonen (Screen Reader) für blinde Menschen bei ÖH-Wahlen über die Berichte von Rollstuhlfahrer_innen, welche Barrieren (beispielsweise zu hohe Wahlpulte) sie bei den Wahlen erlebt haben, bis hin zur Überlegung, dass jeder Person die Benutzung eines PC bei ÖH-Wahlen in jeder Universität zur Verfügung gestellt werden soll.</p>
<p>Auch Gehörlose waren Thema dieses Meetings. So wurde u.a. die Wahlsituation betreffend darauf hingewiesen, dass es bis heute keine Gebärdendolmetscher_innen bei Wahlveranstaltungen gibt. In Zukunft soll sich dies ändern, damit auch Gehörlose Zugang zu allen diesbezüglichen Informationen erhalten</p>
<p>Laut Wissenschaftsministerium ist das Ziel, die Barrieren bei ÖH-Wahlen zukünftig abzubauen.</p>
<p>Hoffentlich wird sich der Dialog mit dem Wissenschaftsministerium zum Thema Barrierefreiheit fortsetzen. </p>
<p>(übersetzt von Praktikantin Tanja Dirnbacher)
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		<title>Internationaler Tag der behinderten Menschen</title>
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		<pubDate>Thu, 03 Dec 2009 21:03:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Barbara Hager</dc:creator>
				<category><![CDATA[2009]]></category>
		<category><![CDATA[Berichte & Fotos]]></category>
		<category><![CDATA[Videos]]></category>

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		<description><![CDATA[News von Licht für die Welt. [externer Link] Text vom ÖGS-Bericht: Heute am 3. Dezember 2009 ist ein besonderer Tag: der internationale Tag der Menschen mit Behinderung. Deshalb hat die Organisation &#8220;Licht für die Welt&#8221; eine Dialogrunde zu diesem Thema veranstaltet. Viele Vertreter_innen aus der Behindertenbewegung wie etwa der Gehörlosenbund, die Caritas und verschiedene andere [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><object width="560" height="340"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/1-KTQaRHGx4&#038;hl=en_US&#038;fs=1&#038;"></param><param name="allowFullScreen" value="true"></param><param name="allowscriptaccess" value="always"></param><embed src="http://www.youtube.com/v/1-KTQaRHGx4&#038;hl=en_US&#038;fs=1&#038;" type="application/x-shockwave-flash" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true" width="560" height="340"></embed></object></p>
<p><a href="http://www.lichtfuerdiewelt.at/news_oe_artikel.php?id=dialogrunde">News von Licht für die Welt. </a> [externer Link]</p>
<p>Text vom ÖGS-Bericht:<span id="more-2088"></span><br />
Heute am 3. Dezember 2009 ist ein besonderer Tag: der internationale Tag der Menschen mit Behinderung. Deshalb hat die Organisation &#8220;Licht für die Welt&#8221; eine Dialogrunde zu diesem Thema veranstaltet. Viele Vertreter_innen aus der Behindertenbewegung wie etwa der Gehörlosenbund, die Caritas und verschiedene andere Behindertenverbände sind der Einladung gefolgt. Der VÖGS war auch dabei.<br />
Es fand viel Austausch zum Thema Universität und UN-Konvention statt. Unter anderem berichtete eine Vertreterin aus Äthiopien, dass auch in ihrem Land gehörlose Menschen studieren. Das war sehr beeindruckend.<br />
Hoffentlich findet dieser heute begonnene Dialog seine Fortsetzung und weitet sich eventuell auch auf andere Themen wie etwa der Verbesserung der Bildungssituation für Gehörlose aus, um die es in Österreich bekanntermaßen sehr schlecht gestellt ist. Selbst in Entwicklungsländern weist der Bereich der Gehörlosenbildung ein höheres Niveau als in Österreich auf. Es gibt dort viel mehr Anerkennung und Respekt für Gehörlose. Die Entwicklungsländer können in diesem Bereich zu einem Vorbild für uns hier in Österreich werden.<br />
Hoffentlich wird auch in Zukunft die Zusammenarbeit mit &#8220;Licht für die Welt&#8221; weiter bestehen bleiben.</p>
<p>Der Text würde von der Praktikantin Tanja Dirnbacher übersetzt.
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		<title>INFO von der WITAF Jugend</title>
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		<pubDate>Mon, 30 Nov 2009 19:54:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Barbara Hager</dc:creator>
				<category><![CDATA[2009]]></category>
		<category><![CDATA[Termine WS 09/10]]></category>

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		<description><![CDATA[]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.voegs.at/voegs/wp-content/uploads/2009/11/091205-bengie.jpg" rel="lightbox"><img src="http://www.voegs.at/voegs/wp-content/uploads/2009/11/091205-bengie-63x90.jpg" alt="091205-bengie" title="091205-bengie" width="63" height="90" class="aligncenter size-thumbnail wp-image-2082" /></a>
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		</item>
		<item>
		<title>&#8220;Wessen Uni &#8211; Unsere Uni&#8221; &#8211; &#8220;Wessen Bildung &#8211; Unsere Bildung&#8221; &#8211; &#8230;</title>
		<link>http://www.voegs.at/voegs/2009/11/wessen-uni-unsere-uni-wessen-bildung-unsere-bildung/</link>
		<comments>http://www.voegs.at/voegs/2009/11/wessen-uni-unsere-uni-wessen-bildung-unsere-bildung/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 27 Nov 2009 14:18:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Barbara Hager</dc:creator>
				<category><![CDATA[2009]]></category>
		<category><![CDATA[Videos]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.voegs.at/voegs/?p=2079</guid>
		<description><![CDATA[Transkription: Wessen Universität! &#8211; Unsere Universität! Wessen College! Unser College! Wessen Schule! Unsere Schule! Wessen Metallarbeiter_innen! Unsere Metalarbeiter_innen! Wessen Kindergarten! Unser Kindergarten! Wessen Strasse! Unsere Strasse! Wessen Bildung! Unsere Bildung! Wessen Zukunft! Unsere Zukunft!]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><object width="425" height="344"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/eRxcZN_g1VM&#038;hl=de_DE&#038;fs=1&#038;"></param><param name="allowFullScreen" value="true"></param><param name="allowscriptaccess" value="always"></param><embed src="http://www.youtube.com/v/eRxcZN_g1VM&#038;hl=de_DE&#038;fs=1&#038;" type="application/x-shockwave-flash" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true" width="425" height="344"></embed></object></p>
<p>Transkription:<span id="more-2079"></span><br />
Wessen Universität! &#8211; Unsere Universität!<br />
Wessen College! Unser College!<br />
Wessen Schule! Unsere Schule!<br />
Wessen Metallarbeiter_innen! Unsere Metalarbeiter_innen!<br />
Wessen Kindergarten! Unser Kindergarten!<br />
Wessen Strasse! Unsere Strasse!<br />
Wessen Bildung! Unsere Bildung!<br />
Wessen Zukunft! Unsere Zukunft!</p>
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		<title>ÖGS Bericht über die Lichterkette &#8220;Licht ums Dunkle&#8221;</title>
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		<pubDate>Fri, 27 Nov 2009 14:16:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Barbara Hager</dc:creator>
				<category><![CDATA[2009]]></category>

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		<description><![CDATA[]]></description>
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		<title>MITTWOCH, 25.11.2009, um 20h Lichterkette rund um das Parlament</title>
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		<pubDate>Tue, 24 Nov 2009 21:38:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Barbara Hager</dc:creator>
				<category><![CDATA[2009]]></category>
		<category><![CDATA[Termine WS 09/10]]></category>

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		<description><![CDATA[“Licht ums Dunkle” &#8211; Lichterkette ums Parlament [externer Link] Im Anschluss vom echten Bildungsdialog am Nachmittag findet die Aktion “Licht ums Dunkle statt, bei der eine Lichterkette um das Österreichische Parlament gebildet werden soll. Treffpunkt vorm Parlament vor der Statue Athena um 20.00 Uhr ÖGS-DolmetscherInnen werden die Kundgebung dort ab 20h in ÖGS dolmetschen. ****ZEIGT [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.voegs.at/voegs/wp-content/uploads/2009/11/lichtumsdunkle.jpg" rel="lightbox"><img src="http://www.voegs.at/voegs/wp-content/uploads/2009/11/lichtumsdunkle.jpg" alt="lichtumsdunkle" title="lichtumsdunkle" width="450" height="240" class="aligncenter size-full wp-image-2072" /></a><br />
“Licht ums Dunkle” &#8211; Lichterkette ums Parlament [externer Link]</p>
<p>Im Anschluss vom echten Bildungsdialog am Nachmittag findet die Aktion “Licht ums Dunkle statt, bei der eine Lichterkette um das Österreichische Parlament gebildet werden soll. </p>
<p>Treffpunkt vorm Parlament vor der Statue Athena um 20.00 Uhr</p>
<p>ÖGS-DolmetscherInnen werden die Kundgebung dort ab 20h in ÖGS dolmetschen.</p>
<p>****ZEIGT EUCH SOLIDARISCH****
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		<item>
		<title>INFO von der AG barrierefrei studieren der TU Wien</title>
		<link>http://www.voegs.at/voegs/2009/11/info-von-der-ag-barrierefrei-studieren-der-tu-wien/</link>
		<comments>http://www.voegs.at/voegs/2009/11/info-von-der-ag-barrierefrei-studieren-der-tu-wien/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 23 Nov 2009 19:41:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Barbara Hager</dc:creator>
				<category><![CDATA[2009]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.voegs.at/voegs/?p=2058</guid>
		<description><![CDATA[Studierende der TU Wien (AG. barrierefreie Bildung) veranstalten am Freitag den 27.11. von 16 Uhr bis 18 Uhr eine Podiumsdiskussion zum Thema &#8220;Barrierefreie Bildung&#8221; im HS 1. Ort: FH Hörsaal 1 &#8211; TU Wien Adresse: 1040 Wien, Wiedner Hauptstraße 8-10 ÖGS-DolmetscherInnen für diese Veranstaltung werden gerade organisiert. KOMMT HIN!!! www.unsereuni.at]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.voegs.at/voegs/wp-content/uploads/2009/11/machmit.png" rel="lightbox"><img src="http://www.voegs.at/voegs/wp-content/uploads/2009/11/machmit-90x90.png" alt="machmit" title="machmit" width="90" height="90" class="alignleft size-thumbnail wp-image-2059" /></a>Studierende der TU Wien (AG. barrierefreie Bildung) veranstalten am Freitag den 27.11. von 16 Uhr bis 18 Uhr eine Podiumsdiskussion zum Thema &#8220;Barrierefreie Bildung&#8221; im HS 1.</p>
<p>Ort: FH Hörsaal 1 &#8211; TU Wien           Adresse: 1040 Wien, Wiedner Hauptstraße 8-10</p>
<p>ÖGS-DolmetscherInnen für diese Veranstaltung werden gerade organisiert. </p>
<p>KOMMT HIN!!!  www.unsereuni.at</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Neuigkeiten von der AG Uni barrierefrei</title>
		<link>http://www.voegs.at/voegs/2009/11/neuigkeiten-von-der-ag-uni-barrierefrei/</link>
		<comments>http://www.voegs.at/voegs/2009/11/neuigkeiten-von-der-ag-uni-barrierefrei/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 23 Nov 2009 19:00:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Barbara Hager</dc:creator>
				<category><![CDATA[2009]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.voegs.at/voegs/?p=2053</guid>
		<description><![CDATA[Im Rahmen der StudentInnenbewegung wurde die AG Uni barrierefrei gegründet. Hier zur WIKI-Seite über diese AG. Die AG Uni barrierefrei hat das Transkript zu der Radiosendung &#8220;Auf die Barrieren&#8221;, bei der Flo und Antonia als Gäste der AG Barrierefreie Uni dabei waren, uns zur Verfügung gestellt. Zum auditiven Radiointerview. Transkript: Radio Stimme Sendungstranskript der Sendung [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.voegs.at/voegs/wp-content/uploads/2009/11/logoaudimax.gif" rel="lightbox"><img src="http://www.voegs.at/voegs/wp-content/uploads/2009/11/logoaudimax-128x28.gif" alt="logoaudimax" title="logoaudimax" width="128" height="28" class="alignleft size-thumbnail wp-image-2054" /></a>Im Rahmen der StudentInnenbewegung wurde die AG Uni barrierefrei gegründet.</p>
<p>Hier zur <a href="http://unsereuni.at/wiki/index.php/Barrierefreie_UNI_AG">WIKI-Seite</a> über diese AG.  </p>
<p>Die AG Uni barrierefrei hat das Transkript zu der Radiosendung &#8220;Auf die Barrieren&#8221;, bei der Flo und Antonia als Gäste der AG Barrierefreie Uni dabei waren, uns zur Verfügung gestellt. Zum auditiven <a href="http://minderheiten.at/index.php?option=com_content&#038;task=view&#038;id=132&#038;Itemid=85#03112009">Radiointerview</a>.</p>
<p>Transkript:<br />
Radio Stimme<span id="more-2053"></span><br />
Sendungstranskript der Sendung „Auf die Barrieren!“<br />
vom 3.11.2009</p>
<p>Gert, Alexandra = ModeratorInnen<br />
Flo, Antonia = Gäste (Mitglieder der AG Barrierefreie Uni) </p>
<p>*Musik*</p>
<p>GERT: Radio Stimme, die Sendung der Initiative Minderheiten. Hallo und herzlich Willkommen bei Radio Stimme, der Sendung der Initiative Minderheiten, begrüßen Sie und Euch Alexandra Siebenhofer und Gert Veilchers. Radio Stimme ist das politische Magazin zu den Themen „Minderheiten, Mehrheiten und Machtverhältnisse“. Zu hören ist unsere Sendung jede zweite Woche auf den freien und nicht-kommerziellen Radiostationen in Österreich und im Internet.<br />
Die Uni brennt, und Radio Stimme brennt mit. Unsere heutige Sendung steht -wie könnte es anders sein- ganz im Zeichen der österreichweiten Uniproteste. Aber -wie könnte es anders sein- wir wollten heute über ein Thema diskutieren, das bei der medialen Berichterstattung über die Proteste der Studierenden und der Lehrenden an den Universitäten nicht ganz im Zentrum steht: barrierefreies Studieren. Die StudentInnen haben einen umfangreichen Forderungskatalog verfasst. Die Forderungen reichen von der tatsächlichen Abschaffung der Studiengebühren für alle, über bessere Studienbedingungen, bis hin zur Re-demokratisierung der Universitäten. Insgesamt umfasst der Katalog fünf Punkte mit zahlreichen Unterpunkten. Eine der Forderungen, die bislang in der medialen Berichterstattung wenig bis kaum Beachtung gefunden hat, zielt auf den barrierefreien Zugang zu Studium und Universität ab. Er lautet: Das Behindertengleichstellungsgesetz muss an allen österreichischen Universitäten umgesetzt werden, um ein barrierefreies Studieren zu ermöglichen.<br />
EINSPIELUNG: „Hallo, hallo alle miteinander! Hallo, ich bin die Barbara. Und ich bin vom Verein österreichischer gehörloser Studierender, gehörlose und schwerhörige Studierendenvertretung. Wir waren bei der Audimaxbesetzung dabei. Es sind ganz, ganz viele gehörlose Studenten, gehörlose Teilnehmer auch hier auch bei der Demo dabei. Und unser Ziel ist es Bildung für alle zu garantieren. Das heißt barrierefreie Bildung auch für uns. Gehörlose Studenten brauchen barrierefreien Bildungszugang. Und wir solidarisieren uns auf diese Weise mit euch allen. Zugangsbeschränkungen, so wie sie derzeit an der Universität vorherrschen, stellen eine Hürde für Gehörlose dar. Es gibt Aufnahmeprüfungen, die Zugänge werden nicht nur für Studenten beschränkt, aber für behinderte Studenten, für gehörlose Studenten ist es eine doppelte Hürde. Bildung für alle! Keine Zugangsbeschränkungen! Keine Aufnahmeprüfungen! Wir fordern auch Zugang zu Skripten, um barrierefreien Zugang zu Bildung zu haben, ist es für uns notwendig, Skripten zu haben, Mitschriften zu organisieren, Dolmetscher. Genauso geht es schwerhörigen Studenten, dass sie unmöglich den Vorlesungen folgen können, wenn sie nur in Lautsprache abgehalten werden und nur von den Lippen abgelesen werden muss. Es ist unmöglich hier Bildung vermittelt zu bekommen. Wir fordern, dass das offen zugegangen wird. Und Skripten online für alle zugänglich sind. Unsere dritte Forderung ist, dass endlich das Gleichstellungsgesetz, das Behindertengleichstellungsgesetz, an der Uni umgesetzt wird. Das heißt, Gebärdensprachdolmetscher in den Vorlesungen, an denen Gehörlose teilnehmen. Tutoren, Schriftsprachdolmetscher und weitere Forderungen, die bereits im Gesetz stehen. Ihr müsst euch vorstellen: in ganz Österreich an sämtlichen Hochschulen gibt es nur zwanzig gehörlose Studenten, und das ist ein Wahnsinn! Diese schlechte Bildungssituation kann so nicht weitergehen. Allein in Schweden, wenn man vergleicht, gibt es etwa sechshundert gehörlose Studenten. Wenn man sieht in Wien sind es zwanzig, das ist unerhört! Bildung für alle!<br />
Wir vom VÖGS, wir solidarisieren uns mit allen Teilnehmern. Wir solidarisieren uns mit allen anderen Gehörlosen, die die ganze Zeit über unterdrückt wurden vom Oralismus. Wir verlangen unsere Freiheit, wir verlangen Gebärdensprache in der Ausbildung, Gebärdensprache im Unterricht. Wir wollen nicht zwanzig Jahre lang warten, bis wir unser Studium abschließen können. Wenn wir uns andere Situationen anschauen, zum Beispiel in den Vereinigten Staaten, in Skandinavien, dann sind die uns um Jahrzehnte voraus. Das geht so nicht weiter, das lassen wir uns nicht gefallen! Danke für die Aufmerksamkeit, danke für eure Solidarität!“</p>
<p>ALEXANDRA: Das waren Barbara Hager und David Dawei Ni vom Verein österreichischer gehörloser Studierender. Die beiden haben die Rede letzten Mittwoch auf der großen Uni-Brennt-Demo vorgetragen, in Gebärdensprache. Ihr habt gerade eine Übersetzung für Hörende gehört.<br />
Die Forderung nach einem barrierefreien Studium ist auch eine der zentralen Forderungen der Proteste. Eingebracht hat die Forderung die AG Barrierefreie Uni. Und sie ist eine von rund achtzig Arbeitsgruppen, die sich spontan im Zuge der Audimaxbesetzung formiert haben. Wir haben heute Antonia und Flo von der Arbeitsgruppe Barrierefreie Uni zu uns ins Studio eingeladen. Herzlich Willkommen, Antonia!<br />
ANTONIA: Danke, hallo!<br />
ALEXANDRA: Herzlich Willkommen, Flo!<br />
FLO: Guten Abend, danke für die Einladung! </p>
<p>GERT: Ja, und meine erste Frage ist jetzt einfach ganz banal: Wie hat sich eigentlich diese Arbeitsgruppe formiert? Gab es eine ausschlaggebende Idee oder eine Motivation dahinter?<br />
FLO: Die ausschlaggebende Idee war eigentlich die gesamte Bewegung, die ganze Motivation im Zuge dieser Proteste. Es war tatsächlich so, dass sich die Arbeitsgruppe recht früh gegründet hat. An einem der Vormittagsplena gab es diesen allgemeinen Aufschwung, man sprach von Solidarisierung, von internationaler Solidarisierung. Und ich persönlich hab mir gedacht, dass da eine ganz wichtige Menschengruppe fehlt, und auch die Bedürfnisse einer ganz wichtigen Menschengruppe gar nicht angesprochen wird und ich hab dann diese Idee vorgetragen oder dieses Defizit eben klargemacht, dass hier auf eine Menschengruppe vergessen wird. Und das stieß sofort auf großen Zuspruch, sofort viel Applaus, also so bewertet man das im Audimax. Und zum Glück war da auch gleich die Antonia, die mit mir zusammen einen Sprachkurs besucht. Wir haben sozusagen gleich von Anfang an die Arbeitsgruppe gegründet und am ersten Tag gleich viele Sympathisanten auch dabei gehabt.<br />
GERT: Wie groß ist denn die AG jetzt eigentlich? Ich mein, es ist natürlich alles ständig im Fluss, aber ungefähre Zahl?<br />
ANTONIA: Also wir haben angefangen mit ca. fünf Leuten, die gleich am ersten Tag, an dem Samstag, dabei waren. Dann sind jetzt im Laufe der letzten Tage zwei noch dazu gekommen, die immer auch ständig zu den Treffen kommen. Ja, man kann sagen, der harte Kern ist momentan ungefähr sieben. Und es gibt Leute, die immer auch in den Email-Verteilern dabei sind und über alles bescheid wissen und mit diskutieren. Ja, aber der harte Kern ist ungefähr sieben Leute.<br />
GERT: Gut, und jetzt stellt sich natürlich gleich von Anfang an die Frage: Ihr zwei seid keine Studierenden mit Behinderung oder mit speziellen Bedürfnissen, gibt es Leute in eurer Arbeitsgruppe?<br />
ANTONIA: Ja, in unserer Arbeitsgruppe gibt es einen Mann, der selbst nicht Student ist, aber er ist sehr aktiv auch bei der ganzen Besetzung und bei der ganzen Protestaktion dabei. Und er ist selbst psychisch krank und kann auch sehr viel erzählen aus seiner Sicht eben und das gibt einen großen Beitrag unserer Gruppe.<br />
ALEXANDRA: Aber ich hab euch gerade vorher auch gebärden gesehen, stimmt das?<br />
FLO: Ja, das stimmt. Wir sind uns sehr wohl auch der Problematik bewusst, dass wir nicht selbst Betroffene sind, aber wir haben schon einen gewissen Zugang zu der Problematik. Wie gesagt, wir gebärden, wir gebärden in Österreichischer Gebärdensprache, wir kennen uns auch aus diesem Sprachkurs.<br />
ALEXANDRA: Also das war der Sprachkurs, den ihr gemacht habt, den Gebärdensprachkurs?<br />
FLO: Genau. Und immernoch machen. Und den Mann, den man nicht vorhin gehört hat, aber seine gedolmetschte Stimme, der Dawei, das ist auch unser Lehrer und dazu haben wir auch den Bezug zu dieser Community und zu der Behindertenproblematik im allgemeinen.<br />
ALEXANDRA: Ganz kurze Frage: Wo macht man so einen Sprachkurs zum Beispiel? Am Sprachenzentrum?<br />
ANTONIA: Ja, also es gibt verschiedene Möglichkeiten in Wien das zu machen. Also es gibt das Sprachenzentrum von der Uni Wien. Dort gibt es alle Level, also von Anfänger Eins bis Fortgeschrittene Sechs. Dann gibt es den WITAF, das ist der Wiener Gehörlosenverband und der bietet auch Kurse an, ebenfalls dieselben Level. Und dann gibt es noch Volkshochschulkurse. Dann gibt es -<br />
FLO: Erweiterungscurriculum.<br />
ANTONIA: Erweiterungscurriculum, genau, in der Uni, im Zuge von der Bildungswissenschaft, von dem Studium kann man das machen. Es gibt Equalizent und&#8230;<br />
ALEXANDRA: Also eh einiges.<br />
FLO: Ja.<br />
ANTONIA: Ja, es gibt viele Institutionen. </p>
<p>ALEXANDRA: Und eure Forderung ist jetzt primär mal die nach der Umsetzung vom sogenannten Behindertengleichstellungsgesetz an den Unis.<br />
FLO: Genau. Man muss das vielleicht ein bissl präzisieren. Es ist ständig die Rede von der Umsetzung des Behindertengleichstellungsgesetzes, also des Bundesbehindertengleichstellungsgesetzes. Dazu muss aber gesagt werden, dass ausdrücklich die Universitäten und die Hochschulen, bzw. der gesamte Bildungsbereich nicht im Geltungsbereich dieses Gesetzes liegt. Und wir haben unsere Forderung gestern dahingehend verändert, dass wir jetzt prinzipiell mal fordern, dass das Behindertengleichstellungsgesetz, was an sich eine gute Sache ist, auch für den Bildungsbereich gilt.<br />
GERT: Vielleicht kann man mal klären, was steht denn eigentlich im Behindertengleichstellungsgesetz drinnen, was jetzt aber eigentlich nicht für die Unis gilt?<br />
ANTONIA: Ja, also das Behindertengleichstellungsgesetz könnte man an sich eigentlich eher Behindertenschadensersatz-Gesetz nennen, weil da drin steht generell, dass von Diskriminierung behinderter Personen abgesehen werden soll. Und es gibt eben die Möglichkeit durch dieses Gesetz, dass sich die einzelnen Personen, also dass sie eine Grundlage haben, dass sie sagen können: „Hier, ich wurde diskriminiert von meinem Arbeitsplatz oder von irgendwelchen anderen Institutionen und ich hab jetzt das Recht, Schadensersatz zu bekommen“. Das sieht in dem Fall aus, dass man zum Beispiel seinen Arbeitsplatz zurück bekommen kann, wenn man aufgrund der Behinderung gefeuert wurde. Und es ist generell das Problem, dass es eben sehr allgemein formuliert ist, das Behindertengleichstellungsgesetz. Und dass da die Universitäten, der gesamte Bildungsbereich nicht dabei ist, ist das was fehlt und was wir eigentlich fordern, dass da die Universitäten dabei sind.<br />
FLO: Das bedeutet also, dass dieses Behindertengleichstellungsgesetz eigentlich viel zu schwach formuliert ist und keinen richtigen Rechtsanspruch darstellt. Und das ist auch eine Sache, die wir kritisieren. Wir können da jetzt nicht direkt eine Gesetzesänderung irgendwie fordern, aber, wie die Antonia schon gesagt hat, einen Schadensersatzanspruch von 740 Euro gibt es, das hat so den Charakter von einem Ablasshandel, also „Ich kaufe mich frei für 740 Euro“. Es ist sozusagen nur ein freiwilliges Angebot, Barrieren oder Diskriminierung abzubauen. Aber es ist keine gesetzliche Verpflichtung da, dass wirklich österreichweit eine Antidiskriminierung stattfinden soll. </p>
<p>*Musik*</p>
<p>GERT: Die Musik mitgebracht hat heute der Flo, und das ist auch eine spezielle Musik.<br />
FLO: Das Lied hab ich gewählt, weil es ganz gut zu der ganzen Protestbewegung passt. Also es ist ein Lied von Le Tigre und im Titel lautet es: Slideshow at the free university.<br />
GERT: Okay. Auch die weitere Musik wird von dir dann kommen.<br />
FLO: Genau.<br />
GERT: Jetzt haben wir über das Behindertengleichstellungsgesetz gesprochen und das hat alles eher relativ unkonkret geklungen. Kann man jetzt eure Forderungen noch einmal konkretisieren: Was genau würdet ihr euch vorstellen, soll in der Uni passieren?<br />
ANTONIA: Also wir haben gestern uns sehr lang zusammengesetzt mit einem Vertreter von dem Klagsverband und der hat uns aufgeklärt über die Rechtsgrundlage, was das Behindertengleichstellungsgesetz beinhaltet. Und er hat uns noch erzählt über die UN-Behindertenrechtskonvention. Die hat Punkte, die viel, viel konkreter sind in Bezug auch auf die Bildung. Also diese UN-Behindertenrechtskonvention wurde von Österreich auch ratifiziert.<br />
ALEXANDRA: Vor einem Jahr glaub ich, so ziemlich genau, stimmt das?<br />
FLO: Genau, also vor einem Jahr.<br />
*Stille*<br />
ANTONIA: Ja gut, vor einem Jahr.<br />
*Lachen*<br />
ANTONIA: Und die beinhaltet, dass es einen Rechtsanspruch geben soll für die Behinderten-Gruppen. Also zum Beispiel, dass es Gebärdensprachdolmetscher geben soll im Bildungsbereich und in allen öffentlichen Institutionen. Oder dass zum Beispiel ein barrierefreier Zugang sein soll zu öffentlichen Gebäuden. Und das sind eben konkrete Punkte, die viel, viel konkreter in dieser UN-Behindertenrechtskonvention drin stehen, als sie in dem Behindertengleichstellungsgesetz von Österreich drin stehen. Insofern haben wir uns gedacht, dass das einfach verbunden werden sollte und dass wir das in unsere Forderung auch noch einnehmen werden, diese UN-Behindertenrechtskonvention.<br />
FLO: Ideal wäre sozusagen ein paralleler Verlauf dieser beiden Dinge, das Behindertengleichstellungsgesetz und die Behindertenrechtskonvention. Es ist eine reine Konvention, wurde aber trotzdem von Österreich ratifiziert, Österreich ist sozusagen Vertragsstaat. Und all die konkreten Dinge, die in der Behindertenrechtskonvention drin stehen, beispielsweise „Die zur Verfügungstellung von DolmeterschInnen für gehörlose Menschen in allen Lebensbereichen soll garantiert sein“, das ist im Moment überhaupt nicht so. Also wie wir auch vorhin gehört haben, für Studierende ist die Situation überaus prekär. Wenn man sich das durchrechnet, brauchen Studierende mit einer Finanzierung vom Staat 20 Jahre um ihr Studium abzuschließen. Ich weiß, es gibt wahrscheinlich Menschen, die sowieso so lang brauchen, aber im Idealfall ist das natürlich viel zu lang.<br />
ALEXANDRA: Gibt es Beispiele, wo diese Behindertenrechtskonvention schon umgesetzt ist? Gibt es Länder, wo das schon gut funktioniert? Ich nehme ja an, Österreich ist nicht das einzige Land, das die ratifiziert hat.<br />
ANTONIA: Ja, also eben ganz am Anfang in der Rede von der Barbara Hager vom VÖGS. Sie hat angesprochen, dass das Land Schweden, das ist eben generell sehr, sehr minderheitenfreundlich, also es gibt Minderheitengruppen sehr viele Möglichkeiten und Chancen und eben auch rechtliche Grundlagen. In Schweden, ich bin mir nicht ganz sicher, ob das jetzt auch ein Land war, was die UN-Konvention ratifiziert hat, aber es ist sehr wahrscheinlich. Ja und da sieht man zum Beispiel in Schweden, wenn einfach Gebärdensprachdolmetscher für gehörlose Studierende eingestellt werden und kontinuierlich eingestellt werden, dass dann eine viel, viel höhere Quote von gehörlosen Studierenden auch abschließt an der Uni. Ja und in der Rede wurde ja gesagt, das sind sechshundert. Und wir haben erfahren, es sind sechshundert bis eintausend Studierende in Schweden, die bereits einen Abschluss haben von der Universität, verglichen mit Österreich, wo es momentan zwanzig bis dreißig Studierende sind. Das ist natürlich ganz anders.<br />
ALEXANDRA: Es fangen mehr Leute an und es werden auch mehr Leute dann fertig, hab ich das richtig verstanden?<br />
ANTONIA: Genau, ja.<br />
FLO: Genau. </p>
<p>ALEXANDRA: Es ist ja so, dass Barrierefreiheit, hat man oft den Eindruck, wird so verstanden als eben vor allem für Mobilität zu sorgen, also Lifte zum Beispiel einzubauen, Rampen zu bauen. Wieso ist das, eurer Meinung nach, so, dass da zum Beispiel Gehörlosigkeit gar nicht so oft thematisiert wird?<br />
FLO: Das „Problem“, unter Anführungszeichen, bei der Gehörlosigkeit ist, dass es keine sichtbare Behinderung ist und dadurch vielleicht eine Ungleichzeitigkeit in dem Abbau von diversen Barrieren passiert. Es gibt bauliche Maßnahmen, die Uni reißt jetzt alle möglichen Gänge und Institutsräume auf und versucht die vielleicht barrierefreier zu machen. Aber man könnte vielleicht auch mal dort anfangen, wo es bereits Ressourcen gibt, man könnte mal dafür sorgen, dass die Aufzüge immer funktionieren oder dass sie auch zugänglich sind. Wir haben gerade heute einen offenen Brief von einer Studentin bekommen, die sich sehr dafür bedankt hat, dass es diese Bewegung gibt und auch dafür bittet, dass an ihrem Institut der Aufzug zugänglich ist. Also sie muss zwei mal anrufen, dass sie überhaupt den Lift sozusagen freigeschaltet bekommt. Und das ist jetzt einfach ein konkretes Beispiel. Also man muss auch versuchen, die Ressourcen, die zur Verfügung stehen, besser zu nützen.<br />
ANTONIA: Und es ist eben so, wenn zum Beispiel jetzt im Idealfall am Hauptgebäude von der Uni Wien, wenn da alle Lifte funktionieren würden, alle Räume für RollstuhlfahrerInnen barrierefrei zugänglich wären, dann wäre das eine einmalige Sache. Alles ist gebaut, alles ist fertig, im Idealfall. Bei gehörlosen Studierenden ist es so, dass sie in manchen Fällen einfach täglich Dolmetscher brauchen für mehrere Stunden, weil sie ihre Lehrveranstaltungen gedolmetscht bekommen wollen. Das heißt, es ist nicht eine Sache, wo einmal Geld aufgewandt wird, Punkt aus, dann ist es fertig, sondern es ist kontinuierlich das Bedürfnis da. Und deswegen ist es auch eben, denke ich, ein Vorwand auch von den Ministerien zu sagen: „Wieso sollen wir jetzt ständig Geld rein geben und warum ist es nicht machbar mit einmal jetzt ein großes Budget zu geben und damit hat sich s?“.<br />
GERT: Aber habt ihr schon auch den Eindruck, dass es da so eine Art Ungleichzeitigkeit bei der Barrierefreiheit gibt? Dass manche Forderungen schon wesentlich eher erfüllt werden, als andere?<br />
FLO: Im Moment habe ich den Eindruck einer Unzeitigkeit. Dass sie gar nicht erfüllt werden. Dass sich da in diesem Bereich einfach sehr wenig tut.<br />
ALEXANDRA: In welchem Bereich?<br />
FLO: Im Bereich des Barrierenabbaus. Wie eben schon gesagt, im Behindertengleichstellungsgesetz steht zwar, dass auch bauliche Maßnahmen durchgeführt werden müssen zur Barrierefreiheit. Aber auch davon sind die Gebäude der Bildungseinrichtungen ausgenommen. Sozusagen ist das auf freiwilliger Basis, diese Barrierefreiheit. Und das ist eben auch etwas, was wir fordern, dass es auch in dem Bildungsbereich gelten wird.<br />
ALEXANDRA: Aber die sind jetzt nicht von der UN-Konvention ausgenommen?<br />
FLO: Nein. Nein, nein, nein. Vom Behindertengleichstellungsgesetz ist der gesamte Bildungsbereich ausgenommen. Im ersten Entwurf war der Bildungsbereich drin, aber dann ist er rausgeflogen, aus welchem Grund auch immer.<br />
ALEXANDRA: Aber laut UN-Konvention müssten die dann ja eigentlich trotzdem barrierefrei sein.<br />
FLO: Genau. Aber das Problem mit dieser Konvention ist, dass es eine reine Konvention ist. Und es gibt nicht wirklich Strafmaßnahmen oder etwas desgleichen.<br />
GERT: Es gibt keine Rechtsinstanz, an die man sich wenden kann.<br />
FLO: Ja genau, es gibt keine Rechtsinstanz. Das Einzige, was sie bekommen, ist eine Verwarnung.<br />
ANTONIA: Ja, es gibt einen Monitoring-Ausschuss, der unabhängig von der Regierung Österreich beobachtet, was die Regierung macht, wie sie diese UN-Behindertenrechtskonvention umsetzt oder eben nicht umsetzt. Sie schreibt einen Bericht, der wird nach Genf geschickt, ich glaub das war jetzt auch grad erst vor kurzem. Und der Rechtsberater vom Klagsverband hat uns gestern erzählt, dass mit großer Wahrscheinlichkeit Österreich jetzt zum ersten Mal eine Verwarnung bekommen wird von der UNO. Und was dann passieren wird, wissen wir nicht, weil Österreich bisher keine Verwarnung jemals bekommen hat.<br />
FLO: Das wird spannend. </p>
<p>*Musik* </p>
<p>ALEXANDRA: So, das war jetzt Mike Al Becker. Und für alle, die gerade erst eingeschaltet haben: wir sprechen heute mit Antonia und Flo von der „AG Barrierefreie Uni“. Meine nächste Frage wäre: die Forderung nach einem barrierefreiem Studium ist ja nur eine Forderung vieler, die im Rahmen des Protestes formuliert wurden. Wie ist es denn mit den anderen Forderungen, die es da gibt? Würde Studierende mit besonderen Bedürfnissen davon auch profitieren oder gibt’s da Überschneidungen? Würden zum Beispiel auch Studierende ohne Behinderungen von einer barrierefreien Uni profitieren?<br />
FLO: Wir haben gestern in einem Bericht von Bundesministerium von Wissenschaft und Forschung – ein Bericht von 2006 – gelesen. Da haben wir herausgefunden, dass im gesamten Hochschulbereich insgesamt ca. 21 % mit gesundheitlichen Beeinträchtigungen studieren. So, jetzt ist 21 % keine kleine Zahl. Man kann sagen, jedeR 5te ist in irgendeiner Art und Weise beeinträchtigt. Aber man kann da noch weiter gehen und sagen, wenn eine barrierefreie Uni oder barrierefreie Bildung gegeben wäre, würden auch sehr wohl nicht behinderte oder nicht behindert werdende Studierende bevorteilt. Und zwar ein paar Beispiele:<br />
Der VÖGS fordert, dass Mitschriften zu den Vorlesungen online zugänglich sind und jeder der studiert oder studiert hat, kann sich vorstellen, dass das ein großer Vorteil ist. Etwa wenn man krank ist oder in irgendeiner Art und Weise verhindert, ist ein Online-Skript ein gutes Hilfsmittel, um die Vorlesung mitzuverfolgen. Oder der barrierefreie Zugang in Gebäuden durch Aufzüge oder irgendwelche anderen mechanischen Fortbewegungsmittel ist nicht nur für RollstuhlfahrerInnen von Vorteil, sondern auch für jemanden der sich… zum Beispiel… beide Beine bricht. Der oder die kann dann natürlich nicht gut Stufen steigen.<br />
ALEXANDRA: ..oder Kinderwagen<br />
FLO: Genau, darauf wollte ich als nächstes zu sprechen kommen.<br />
ANTONIA: Ja, wir können da auch eine kleine Anekdote dazu erzählen. Was es zum Beispiel bringt, ÖGS-Dolmetscher in der Vorlesung zu haben, als nicht gehörlose Studierende. Denn der Flo und ich sind so auf unsere Leidenschaft ÖGS gekommen. Wir studieren nämlich beide unterschiedliche Fächer und haben beide gehörlose Kommilitoninnen gehabt. Und da waren des öfteren in den Lehrveranstaltungen Dolmetscher dabei. Dadurch haben wir Interesse und Aufmerksamkeit auf dieses Thema bekommen und so ein Interesse bekommen und gesehen, dass es so eine schöne Sprache ist und haben uns dafür interessiert und haben uns deshalb in den Sprachkursen angemeldet. Und so ist es auch einigen anderen gegangen.<br />
ALEXANDRA: Und was war das für ein Kurs? Was studiert ihr überhaupt?<br />
FLO: Also ich hab zum ersten Mal die Österreichische Gebärdensprache in einer Chemie- Vorlesung erlebt und ich muss ehrlich sagen, ich war immer schon fasziniert von dieser Sprache, nur entzog es sich immer meinem Horizont. Aber während der Chemie-Vorlesung hatte ich genug Zeit, der Dolmetscherin zuzuschauen und ich hab mich immer schon gefragt: Chemie ist ja schon so schwer genug… dass dann auch noch in ÖGS gedolmetscht zu bekommen; also ich war wirklich sehr fasziniert. Damals hab ich erkannt, dass die ÖGS eine voll funktionsfähige Sprache ist und alles was man sagen will, kann man ausdrücken. Ich hab mich dann in diese Richtung weiter umgeschaut. Ich war dann bei einer Studie dabei, die von der Uni Wien in Auftrag gegeben worden ist. Mit dem Namen: „Sprache Macht Wissen“ und da ging’s um die Situation gehörloser Studierender, gehörloser SchülerInnen und so weiter und ich hab mir wirklich gedacht, dass die Bildungssituation für gehörlose Kinder sehr prekär ist und ausbaufähig. Dann hab ich begonnen einen Sprachkurs zu machen ja… jetzt bin ich hier.<br />
ANTONIA: Bei mir war es sehr ähnlich. Ich hab eine Vorlesung gehabt, die durchgehend gedolmetscht wurde und ja bei mir war der Knackpunkt, dass der gehörlose Student ein Referat gehalten hat. Zwanzig Minuten Stille und nur gebärdet und das hat mich so fasziniert.<br />
ALEXANDRA: Und das konntet ihr alle verstehen?<br />
ANTONIA: Nein, nein, natürlich nicht… Oder meinst du Lautsprache gedolmetscht? Ja also der gebärdet hat, das wurde natürlich in Lautsprache gedolmetscht.<br />
FLO: Sozusagen barrierefreie Bildung eröffnet einfach neue Sichtweisen und erweitert den Horizont. Und ich glaube auch, dass wenn die Uni besser beschildert wäre oder einfacher zugänglich, würden viele davon profitieren.</p>
<p>GERT: Ein bisschen jetzt ein Themawechsel: ihr habt in eurem Wiki die Formulierung: Studierende mit besonderen Bedürfnissen oder speziellen Bedürfnissen. Und ihr habt vorhin auch erwähnt, dass das in eurer Gruppe ein Diskussionsprozess war, auf welchen Terminus ihr euch einigen wollt. Könnt ihr uns darüber etwas erzählen?<br />
ANTONIA: Ja, also wir sind uns in unserer Arbeitsgruppe allesamt einig, dass es bei der Bezeichnung „Behindert“ geht es nicht darum, dass die Person inhärent behindert ist,  sondern dass sie behindert wird. Also wenn eine Rollstuhlfahrerin vor einer Treppe sitzt, im Rollstuhl, und sagt: „Ich könnte ja in dieses Haus reinfahren, wenn ich denn könnte, wenn es eine Rampe gäbe.“ Insofern ist die Person nicht behindert sondern wird behindert von der Uni und auch von der Gesellschaft im Allgemeinen. Dazu ist dann zu sagen, dass im gesamtgesellschaftlichen Kontext „behindert“ eher so gesehen wird, dass die Person behindert ist und dadurch eine negative Konntotation hat, also einen negativen Beigeschmack und es wird ja auch teilweise als Schimpfwort verwendet. Man sagt ja: „Der Abend gestern war ja behindert“, weil man keine Zeit mehr hatte fortzugehen. Es ist also sehr negativ konnotiert. Deswegen sagen wir, dass es im gesamtgesellschaftlichen Bereich sinnvoller ist, zu sagen „Menschen mit besonderen Bedürfnissen“, aber wenn wir das Wort „behindert“ verwenden, dann in dem Kontext behindert werden statt behindert sein.<br />
FLO: Genau, sozusagen im Passiv.<br />
ALEXANDRA: Und wie ist das mit den speziellen Bedürfnissen?<br />
GERT: Gibt’s Kritik an diesem Terminus?<br />
ANTONIA &#038; FLO: Es gibt immer die Ausrede, dass jeder Mensch besondere Bedürfnisse hat.<br />
ANTONIA: Aber es ist immer die Frage, wenn man eine Gruppe  bezeichnet oder über sie spricht, ist es das Sinnvollste die Gruppe selbst anzusprechen und zu fragen. Zu sagen: „Gut, du bist gehörlos. Wie soll ich mit dir kommunizieren und wie soll ich dich nennen?“ Ganz plump. Und wenn dann die Person sagt: „Ich bin nicht behindert. Nenn mich einfach gehörlos“, muss ma da einfach sehr sensibel schauen, was wollen die Personen selbst.<br />
ALEXANDRA: Ist ja auch logisch, dass die Menschen selbst entscheiden wollen, wie sie genannt werden sollen.<br />
ANTONIA: Genau hier geht’s nicht um Stigmatisierung. Sondern, dass man die Personen selbst fragt und sensibel genug ist, auf die Personen zuzugehen und zu fragen : „Wie möchtest du es haben?“</p>
<p>*Musik*  </p>
<p>GERT: Gut. Im Gegensatz zum vorigen Musikstück haben das jetzt die meisten gekannt.<br />
FLO: Bei der Auswahl der Musik habe ich mir überlegt, einen Konnex zur Thematik herzustellen. Das eben war Ludwig van Beethoven. Wie wir alle wissen, ein spät ertaubter Musiker,  der dann aber auch in seiner Gehörlosigkeit sehr wohl Musik komponiert hat und ein Virtuose in seinem Fach war. Und der Musiker davor, Mike al Becker, ist ein querschnittsgelähmter Musiker aus Deutschland, der dementsprechend im Rollstuhl sitzt. Das war also Rock´n´Roll im wahrsten Sinne des Wortes.<br />
GERT: Als einer der letzten Punkte auf unserem  Stichwortzettel haben wir &#8220;Vernetzung&#8221; oben stehen. Die erste Frage, die sich mir jetzt aufdrängt: Habt ihr eigentlich Kontakt zu Lehrernden oder Personal an der Uni im Allgemeinen mit speziellen Bedürfnissen?<br />
FLO: Wie es auch die Musikwahl klar macht, versuchen wir möglichst alle Behindertengruppen zu Vereine und die Problematik anzugehen. Was das Personal angeht, haben wir am 6.11 einen Termin mit der Behindertenbeauftragten der Uni Wien. Da werden  wir gemeinschaftlich hingehen. Wir hoffen, dass wir möglichst viele Menschen aus den Interessensvertretungen mitnehmen können, die dann ihre speziellen Bedürfnisse vorbringen. Wir sehen uns in unserer Aufgabe eher als Plattform. Wir versuchen den aktuellen Aufwind der Bewegung zu nützen und die Leute zusammenbringen und das wir mit einem Elan gemeinsam was erreichen können. Das hoffen wir im ersten Schritt am Freitag  mit der Behindertenbeauftragten erreichen zu können.<br />
GERT: Trotzdem wollten wir alle, wir haben das während dem Musikstück besprochen, darauf zurückkommen, wo denn die Menschen mit Behinderung in eurer AG sind.<br />
ANTONIA: Was meinst du mit wo?<br />
GERT: Also ich hab 2 Eindrücke bei eurer Gruppe bekommen, wenn man es nicht genau weiß, geht es sehr stark um Menschen mit Gehörbehinderung und zum anderen würde man sich wünschen, dass es so was wie Selbstvertretung gibt. Aber jetzt sind halt leider 2 StudentInnen im Studio, die nicht selbst betroffen sind.<br />
ANTONIA: Also zu dem Thema der Vernetzung und Organisation: Wir haben uns gleich beim ersten Treffen, als wir unsere Gruppe formatiert haben, schlau gemacht übers Internet, was gibt es für SelbstvertreterInnengruppen. Was für Organisationen gibt es, wer ist unser Ansprechpartner letztendlich. Wir sind als erstes auf den VÖGS gestoßen (Verein Österreichischer Gehörloser Studierender). Die sind sehr gut organisiert, selbst motiviert und machen selbst sehr viel. Haben viele Projekte schon dem Ministerium vorgelegt und viel ausgearbeitet. Und mit denen stehen wir auch jetzt…<br />
ALEXANDRA: Die kommen ja auch morgen in den Audi-Max, hab ich gehört. Da gibts einen Aufruf auf ihrer Homepage zur Übernachtung.<br />
FLO: Genau, in diese Richtung  ist der VÖGS immer sehr aktiv gewesen. Ein Problem, auf das wir in dieser Richtung gestoßen sind, war, dass es keine richtigen Interessensvertretungen für die diversen Behindertengruppen gibt.  Das heißt, wir haben keine richtige Interessensvertretung für blinde oder sehbeeinträchtigte Studierende gefunden, ganz einfach. Es gibt keine, unseres Wissens nach. Wenn wir falsch liegen und da draußen gibt’s sehr wohl eine IV, dann bitte bei uns melden.<br />
ANTONIA: Vereinzelt haben wir Kontakt. Ich habe kürzlich einen blinden Student kennen gelernt und er wusste auch nix von einer übergeordneten Organisation  oder Verband, der selbstvertretend ist. Wie gesagt: wir haben einen offenen Brief von einer Rollstuhlfahrerin bekommen und sie hat auch nichts erwähnt von einem Dachverband.  Deshalb ist es schwierig zu sagen, wen können wir da jetzt ansprechen. Deswegen versuchen wir das über die ÖH Behindertenbeauftragte und die Beauftragte der Uni Wien, dass wir dort genug Kontakt bekommen und auch andere Gruppen unterstützen zu können und eine Plattform bieten können, wie bisher dem VÖGS.<br />
ALEXANDRA: Und außer de Gespräch am Freitag, was sind sonst so eure Pläne für die Zukunft oder weitere Zukunft?<br />
FLO: Das müssen wir glaub ich auch mal mit der Gruppe besprechen, wie wir dann weiter verfahren.  Es wird sich mal am Freitag zeigen, das Gespräch was es für Angriffspunkte gibt, was für Möglichkeiten sich eröffnen mit der Behindertenbeauftragten der Uni Wien; also mein Eindruck ist, dass da sehr wohl  Kooperationsbereitschaft herrscht und dann werden wir versuchen, gemeinsam in die Richtung weiter zu gehen und wie gesagt, die einzelnen Behindertengruppen einladen und ihre Interessen sammeln.<br />
ANTONIA: Dazu ist zu sagen, dass eben unsere ganze Arbeit und auch  die ganze Protestaktion im Audimax, das ist alles ein Prozess; das hat ganz spontan angefangen, unsere Gruppe hat sich ganz spontan formatiert und es ist alles ein Prozess und ändert sich ständig. So wie unsere Hauptforderung. Es wird immer mehr präzisiert, wir kriegen immer mehr Infos und Kontakt und können dementsprechend mehr neu ausarbeiten. Wir können  nicht sagen, es gibt jetzt den Punkt, und der wird dann abgehakt und dann gibts einen nächsten Punkt und irgendwann sind wir am Ende und haben das und das erreicht. Das ist einfach nicht der Fall. Das ist alles ein Prozess und es kommt drauf an, wen wir treffen und wer uns weiterbringen kann und wen wir weiterbringen können. Das ist einfach alles ein Ablauf.<br />
FLO: Panta Rei&#8230;  </p>
<p>GERT: Aber es klingt jetzt so &#8211; ich mein, wir wollen das alle nicht wahr haben &#8211; aber früher oder später wird das Audi Max wahrscheinlich wieder hoffentlich freiwillig geräumt werden. Aber es klingt jedenfalls so, als würdet ihr weiterreichende Pläne in die Zukunft haben und das Momentum weiter ausnützen wollen.<br />
FLO: Das stimmt. Also die Gründung war im Kontext dieser Protestbewegung, aber ich denk mal schon, dass wir so lange an dieser Sache arbeiten, solang wir noch Kraft haben, solang wir noch Menschen haben und solang die Forderungen noch nicht erfüllt sind. Also wir sind auch sehr wohl bereit, das weiterhin außerhalb des Audimaxes weiter zu tragen. Und indem wir uns immer mehr vernetzen und immer mehr Input bekommen, wir sehn das ja tag täglich, scheint unsere Gruppe zu wachsen, immer mehr Leute melden sich bei uns. Und dadurch wächst natürlich auch unsere Quelle.<br />
GERT: Wenn man sich bei euch melden will, wie kann man das am besten machen?<br />
ANTONIA: Wir haben eine Emailadresse, die geht: unibarrierefrei@gmail.com. Dort kann jede Person, die möchte, uns gerne schreiben, was auch immer der Inhalt sein mag. Und wir haben auch einen Wikipedia-Eintrag, so heißt das, auf der Homepage www.unsereuni.at, das ist eben diese offizielle Homepage von der gesamten Protestaktion vom Audimax und alle Universitäten, die auch besetzt sind. Und dort gibt es eben so ein internes Wikipedia, da kann jeder, ohne sich registrieren zu müssen, Beiträge leisten, Anregungen, Kritik.<br />
FLO: Dort sieht man auch immer aktuelle Entwicklungen zu den einzelnen Arbeitsgruppen, wo wir uns treffen, also wir haben auch immer Arbeitsgruppen-Treffen an immer verschiedenen Orten, möglichst auch barrierefreie Orte. Da sieht man das dann auch im Wiki, wo wir uns treffen, wann wir uns treffen.<br />
ALEXANDRA: Und wird es dann eigentlich morgen eine(n) GebärdensprachdolmeterIn geben, im Audimax?<br />
ANTONIA: Darüber bin ich selbst nicht informiert. Die DolmetscherInnen werden beauftragt von dem VÖGS selbst.<br />
ALEXANDRA: Ist anzunehmen, ja.<br />
ANTONIA: Ich nehms schwer an, weil es bisher immer so war, dass wenn gehörlose Studierende dabei sind bei der Demo oder bei der Kundgebung oder bei der Besetzung, dann waren eigentlich immer DolmetscherInnen dabei.<br />
FLO: Ich nehm auch an, dass bei dieser Großdemo diese Woche auch DolmetscherInnen dabei sein werden. Und hoffentlich auch recht viele RollstuhlfahrerInnen.<br />
ANTONIA: Und Blinde.<br />
*Lachen*<br />
ANTONIA: Alles mögliche.<br />
FLO: Und chronisch Kranke. Und einfach alle, die sich Betroffen fühlen. Ganz einfach. Die ihre Rechte nicht ordentlich umgesetzt sehen.<br />
ANTONIA: Und Leute, die einfach Interesse haben, und selbst vielleicht gar nicht betroffen sind, sollen einfach auf die Leute zugehen und sagen: „Hey du bist blind, was ist dein Leben, was ist dein Inhalt, was motiviert dich, wie sieht dein Leben aus?“. Es ist einfach schön, auch in der Kommunikation zu sein mit solchen Menschen.<br />
FLO: Denn grad jetzt besteht so ein Gefühl „Freie Uni“ und „Uni für alle“ und es ist so ein Hauch von Solidarisierung mit allem und jedem. Und gerade da ist es wichtig, dass sich alle zusammen tun. Dadurch, dass es Barrieren gibt, gibt es auch eine Teilung innerhalb der Studentenschaft. Und ich denke, wenn es keine Barrieren gäbe und die Uni wirklich frei für alle wäre, ja das ist eine schöne Zukunft.<br />
*Lachen*<br />
ALEXANDRA: Ja, in dem Sinn noch alles Gute!<br />
FLO: Vielen Dank!<br />
ALEXANDRA: Vielen Dank, Antonia und Flo, fürs Kommen.<br />
ANTONIA: Danke für die Einladung! </p>
<p>*Musik*</p>
<p>GERT: Mit Ray Charles sind wir am Ende unserer heutigen Sendung angelangt. Zu Gast im Studio waren Antonia und Flo von der AG Barrierefreie Uni. Die nächste Ausgabe von Radio Stimme wird es wieder in zwei Wochen on air geben, auf dem freien und nicht kommerziellen Sender Ihres Vertrauens. Off air aber on line gibt es Radio Stimme jederzeit und weltweit zu hören. In unserem Internetarchiv sind sie alle, alle unsere Sendungen und Beiträge aus den letzten Jahren. Jederzeit zu hören, wann Sie es wollen, per Stream, Download oder Podcast. Unsere Homepage: www.initiative.minderheiten.at. Wer der Redaktion von Radio Stimme schreiben möchte, der sei schließlich auf unsere Emailadresse verwiesen: radio.stimme@initiative.minderheiten.at. Wir bedanken uns fürs Zuhören, Gert, Alexandra und die Tonmeisterin von heute Melanie, sagen auf Wiederhören in zwei Wochen. </p>
<p>*Musik*</p>
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